Frau + Karbon = Randonneur(in) - aber nicht nur ...

GBDURO – ans Ende der Welt radeln

italiano

Hier könnt ihr uns ab Samstag folgen:
Hier oder auf das Bild klicken und etwas hinunter scrollen

oder Dotwatcher.com besuchen mit täglichen Liveberichten …

Und so fing es an:
Vor etwa einem halben Jahr:

GBDURO, was das wohl bedeuten könnte? Für mich jedenfalls setzt es sich zusammen aus GB für Großbritannien und DURO, eigentlich italienisch für „hart, schwer, schwierig, mühevoll“ – das ist wahrscheinlich nicht untertrieben.

DARÜBER gestolpert war ich wieder mal im Internet. Mit dem RAD vom südwestlichsten Punkt Englands, bezeichnenderweise „Land’s End“, einmal längs durch Großbritannien bis an die nordöstlichste Stelle, nach John O’Groats. Eine Strecke von 2000 Kilometern ist zu durchradeln, aber nicht angenehm auf asphaltierten Straßen, sondern quer durchs Gelände, u.a. warten auf uns die  Nationalparks von Wales, spektakuläre Landschaften und atemberaubende Szenerien der Brecon Beacons, Snowdonia oder die oft unwegsamen Highlands von Schottland. GBDURO folgt der Strecke der legendären GBDIVIDE, beschrieben so: 2000KM SELF-SUPPORTED BIKEPACKING ROUTE ON ROAD, GRAVEL, SINGLETRACK, AND EVERYTHING IN BETWEEN …

Da das Ausleseverfahren für die Anmeldung ziemlich streng ist, meldete ich mich wie üblich mal wieder etwas leichtfertig an. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es den Organisatoren ein Anliegen ist, die Frauenquote zu erhöhen … Es kam, wie es kommen musste, die Nachricht trudelte ein: „You are in!“

mein Packesel

Die strengen Teilnahmeregeln der GBDURO hatte ich zwar schon studiert, aber das Ding war ja noch weit weg …

Heute:

Anfang August: Draußen hat es über 30 Grad, ich sitze in der kühlen Küche vor meinem PC, die Gedanken schweifen in die Zukunft. Zukunft? Die beginnt weniger als einer Woche … Zumindest in Bezug auf GBDURO …

Ein rastloses, rollendes Picknick durch Großbritanniens sich ständig verändernde Landschaften“ – so steht es auf der Website von The Racing Collective. Im Originaltext: „GBDURO? Best described as a scrappy rolling picnic through Britain’s ever changing landscapes“ (Anonymous)

Einige der Regeln:

Zelt: Lofoten
  • Die gesamte (vorgegebene) Strecke muss aus eigener Kraft zurückgelegt werden – Windschattenfahren ist NICHT erlaubt
  • Self-supported, das heißt keine Hilfe von außen, das gilt auch für die Nächte: Übernachtungen in Strukturen wie B&B, Hotel, …  sind NICHT erlaubt
  • Es gibt 4 „stages“, das bedeutet nach je etwa 450-650 Kilometern treffen sich alle Teilnehmer*innen an der jeweiligen Kontrollstelle. Wer schnell ist, kann länger ausruhen. Auch hier gilt: Schlafen im Freien. Am nächsten Morgen ist dann wieder Massenstart.
  • Wer nicht pünktlich vor dem nächsten Start an einer der 4 Kontrollpunkten ist, ist raus …, das wird eine sehr große Herausforderung für mich werden. Ich frage mich, ob ich nicht schon nach den ersten 650 km raus sein werde …
  • Jeder Teilnehmer hat einen eigenen Tracker mitzubringen. Minutiös können so alle auf der Seite der Follow Me-Challenge „verfolgt“ werden.
  • Es gibt noch eine wunderbare Regel, die einzuhalten ich liebend gerne bereit wäre, denn das hieße, ich bin angekommen:  Gib deinen Mitfahrer*innen ein Bier aus, d.h.  im Ziel spendiert der erste dem zweiten ein Bier, dieser dem dritten usw. Ob ich wohl ein schottisches Ale bekommen werde???

Einige Zahlen zur diesjährigen Ausgabe (entnommen von Dotwatcher.com)

  • 47 Teilnehmer*innne (19 Frauen, 27 Männer, 1 non-binary)
    Leider haben anscheinend einige Frauen in letzter Minute abgesagt.
  • Altersverteilung: Die Jugend ist stärker vertreten als die „Weis(s)heit“ *lach*
    20-29 (13), 30-39 (19), 40-49 (9), 50-59 (5), 60-69 (1)
  • Nationen: siehe Bild
  • Vorstellung der Fahrer*innen (=Dots): siehe Dotwatcher.com (rechte Seite etwas runter scrollen)
  • Das schreibt dotwatcher.com über mich:
    Gabi Wink is coming over from Italy, and her kit is (unsuprisingly) dialled. A finisher of Northcape 4000 and the Three Peaks Bike Race she is well experienced coming into the event. Most crucially, she has her scuffed white bear who also finished the previous events to accompany her on the way. 🙂

Ethos:

Eine Besonderheit ist das ETHOS, das hinter der Veranstaltung steht: Davon ausgehend, dass Veranstaltungen im Profi-Radsport einen erschreckenden CO2 Fußabdruck liefern, möchten die Organisatoren ihr Rennen durch verschiedene Auflagen umweltverträglicher gestalten.

8 kg ( oh my god …)

Wir sollten die Welt in einem besseren Zustand zurücklassen, als wir sie vorgefunden haben!

Das Abenteuer geht also weiter.

Als no-fly-event dürfen die Teilnehmer*innen nicht mit dem Flugzeug anreisen bzw. abreisen. Das wird streng kontrolliert, wir müssen unseren GPS-Tracker schon auf der Hinreise an haben. Fahrgemeinschaften sind erwünscht. Und vom Norden muss man auch wieder über 3000 Kilometer zurück nach Hause. Unsere Fahrgemeinschaft hat sich schon gefunden: Alex, Hermann, Christophe und ich. Ja, Hermann, aber wir haben uns je als Solo-Rider angemeldet, das bedeutet, wir dürfen nicht über längere Zeit zusammen fahren, um nicht disqualifiziert zu werden und auch die Nächte werde ich dann wohl ALLEINE verbringen müssen, oje, Angsthase, der ich bin. Zumindest habe ich ein kleines Zelt, in dem ich mich verstecken kann.

Mensch (ich) und Gerät (mein Trek/Checkpoint) werden bei dieser Fahrt wohl extrem gefordert werden. Der ständige Wechsel des Untergrundes, das unsichere Wetter, die unendlich weit scheinenden einsamen Gegenden  haben mir mir schon bei der Planung viel Kopfzerbrechen bereitet : MTB oder Gravelbike? Welche Reifen? Welche Ausstattung für die Nächte (welche Nächte? Ich glaube, um durchzukommen, darf ich gar nicht schlafen); Was an Kleidung mitnehmen? Was ist, wenn es tagelang nur regnet? (Das kommt anscheinend wohl nicht selten vor in diesen nördlichen meernahen Gefielden); Wie beschaffe ich mir Essen und Trinken? Teilweise gibt es 130 Kilometer rein Garnichts, in Schottland einmal sogar an die 400 km – falls ich nicht pünktlich vor Feierabend beim einzigen Geschäft auf etwa Halbweg bin. Was ist mit Trinkwasser? Was ist, wenn ich (technische Niete) eine Panne habe? Was, wenn ich mich fernab aller Zivilisation verletze? Ein Sturz im unwegsamen Gelände? Fragen über Fragen … die Zukunft wird es bringen. Zu guter Letzt hoffe ich noch, dass wir von Corona verschont bleiben und uns das Virus nicht einen Strich durch die Rechnung macht …

Mein Rad mit Taschen und allem, was ich so brauchen werde (oder auch nicht …, das ich aber für alle Fälle mithaben muss) wiegt über 20 Kilogramm … Hilfe, dieses Gewicht muss ich über unendlich viele Hügel und über Stock und Stein schleppen.

In Kürze gibt es hier einen Link, ab wann und wie ihr uns „verfolgen“ könnt.

Hier noch einiges zu meinem Equipment:

Mein Bike: Trek Checkpoint SL 6; Combi Shimano GRX Kurbel (48/31) und Shimano Ultegra Kassette 11-speed (11-34); hintere Felge: Bontrager Paradigm Comp; vordere Felge: DT SWISS GR 531, Reifen: WTB Riddler 45; Triathlonaufsatz: Syntace Aerobar

Tasche für Zelt, Schlafsack, Matte

Ausrüstungsgegenstände:

Tracking: spot gen 4;
Beleuchtung: Frontlicht SON edelux II; Hub dynamo: Son 28
Battery Charger: NC-17, Connect APPCON 3000;
Rücklichter: BONTRAGER flare RT and Lupine Rotlicht Max LED; zusätzliches Frontlicht: Bontrager Ion 700 R

Bikepacking-Taschen:

von oben: Zelt, Matte, Schlafsack und Kissen

Ich hoffe, dass ich nicht viel zu viele Sachen hochschleppe nach John O‘ Groats in meiner Tasche von TAILFINN AeroPack Carbon, meiner TAILFIN Seitentasche mini pannier, der Oberrohrtasche von REVELATE Gas Tank, in meiner Lenkertasche von CYCLITE handle bar roll bag und meiner MISS GRAPE Bud, und zuletzt in der APIDURA racing frame pack, APIDURA packable backpack … oje, ein ganzes Rad voller Taschen …

Navigation:
Ich hoffe auch, dass ich vom richtigen Weg nicht abkomme. Dabei soll mir meine GARMIN Edge 1030 Plus helfen und zur Not meine Garmin Forerunner 945.

Schlafen:
Ich hoffe, dass ich zumindest einige Stunden ausruhen und träumen kann in meinem kleinen ultraleichten Zelt von NORDISK Lofoten; Matte: Therma-a-Rest, Neoair; Schlafsack:  NORDISK, Yeti/Passion One …

Sitzleder„:
Und nicht zuletzt, dass meine Sitzknochen nicht zu viel strapaziert werden auf meinem Sattel von ISM PL 1.1; Radhosen von SKINFIT tri shorts und meine ASSOS half shorts. Bei der Northcape4000 habe ich entdeckt, dass ich lange Fahrten und beschwerde- und schmerzfrei überstehe, wenn ich KEINE Radhose mit Polsterung verwende. Deshalb ist meine Skinfit tri short erste Wahl.

Als Glücksbringer muss unbedingt mein kleiner abgewetzter weißer BÄR mit, der mich unter anderem bei den Northcape4000, Three Peaks Bike Races (Wien-Barcelona und Wien-Nizza) und vielen anderen Events (siehe home) begleitet hat.

Alles über die GBDURO könnt ihr auf der Website des Veranstalters nachlesen. Dort könnt ihr auch die Teilnehmer verfolgen während der 10 Race-Tage. Auch Dotwatcher werden täglich berichten.

Meine Planung: Eine von 7 Streckenabschnitten …

24 Kommentare

  1. Bruno felderer

    Wünsch euch beiden viel Glück und Erfolg das GBDURO durchzuhalten. Wie ich euch kenne schafft ihr das locker.

    • Gabi Winck

      Danke, Bruno, dein Vertrauen möchte ich im Moment auch haben … Der Zweifel sind viiiiieeeeele … LG

  2. Nicole Leifeld

    Liebe Gabi,
    Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß bei der Tour. Ich hoffe du hast tolle Erlebnisse und gutes Wetter 😘.

    • Gabi Winck

      Danke, Niki, danach hören wir uns mal … LG

  3. Carla

    Alles, alles Gute! Carla

  4. Franz

    Prosit Gabi und Hermann, ich wünsche euch Alles Gute , viel Spaß und Freude für dieses unglaubliche und unnachahmlich Abenteuer lG 🍀🚴‍♂️👍

  5. Ilse Ogriseg

    Hallo Gabi
    Ihr seid gewaltig. Ich wünsche euch eine tolle Tour und drücke die Daumen, dass ihr gut durchkommt
    LG Ilse

  6. Silvia Zanotto

    Alles Gute Gabi, so wie ich dich kenne, bist du mit Ehrgeiz, Kompetenz und Können dabei👍 Viel Erfolg und natürlich Spaß dir und Hermann 😉 ich drück euch die Daumen!!

  7. Rieder Paula

    Hallo Gaby du schaffst das,wünsch dir viel Glück👍👍👍

  8. Diana Gerhold

    Liebe Gabi, was für ein spannendes und grandioses Abenteuer. Ihr werdet es sicher bravourös meistern, ich drücke Euch ganz fest die Daumen. Viel Erfolg und Freude bei der Tour und bleibt gesund👍☘😘

    LG von Diana (vor zig Jahren mal beim Ötzi kennengelernt)

    • Gabi Winck

      Klaro weiß ich, wer du bist, sind ja zusammen laufen gewesen und dann shoppen …

  9. Pavel Krajčík

    Hallo Gabi,
    viel Spaß beim GBDURO , werde dotwatchen!
    Pavel

  10. Manfred Stampfl

    Liebe Gabi ,
    wir wünschen dir Alles Gute und Kraft
    Du schaffst das , wir halten dir die Daumen 👍👍😊😊
    Liebe Grüße
    Manfred & Carmen

  11. Petra

    Hoi Gabi. Gewaltige Sache. Alles Gute und pass auf. Petra

  12. Heidi Prenn

    Liebe Gabi, dieses Abenteuer würde sicher ein Buch füllen…😊 eine richtige Challenge …Alles Beste, ganz viel Energie, Durchhaltevermögen…und Spaß für dich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2022 lumacagabi

Theme von Anders NorénHoch ↑