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Drei Tage Ende Mai – eine Radtour, bei der wir die drei großen Flussradwege Norditaliens verbinden: den Oglio-, Mincio- und Etsch-Radweg.

Zunächst das Video:

Tag 1:

Bozen – Mendel – Tonale – Oglio Radweg – Angolo Terme (Iseo See)
(186km/ 3700Hm, ca. 12h)
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Startpunkt ist Bozen. Von dort beginnt unsere dreitägige Tour mit einem kräftigen Auftakt über die beiden Pässe Mendel und Tonale.
Aber zunächst mal hoch auf die Mendel und dann …

Vom Mendelpass geht es zunächst in langen Abfahrten hinunter, vorbei an Fondo, wo sich der Blick weit ins Tal öffnet. Die Straße zieht sich weiter abwärts bis zum Stausee Santa Giustina, dessen tief eingeschnittene Schluchtlandschaft einen starken Kontrast zu den vorher überwundenen Höhenpässen bildet.

Bei Mostizzolo erreichen wir schließlich das Tal der Noce – hier beginnt der Radweg durch das Val di Sole.

Dieser Abschnitt ist besonders angenehm zu fahren: ein gut ausgebauter, meist leicht ansteigender Radweg, der sich sanft durch das Tal zieht. Begleitet vom Fluss Noce führt die Strecke durch eine ruhige, alpine Landschaft mit Wiesen, kleinen Ortschaften und immer wieder weiten Blicken auf die umliegenden Berge.

Der Aufstieg zum Tonalepass verläuft in einer abwechslungsreichen Mischung aus gemütlicher Steigung und deutlich steileren Passagen. Wir entscheiden uns für den Schotterweg, der sich ruhig und stetig bergauf zieht. Immer wieder öffnet sich der Blick auf die eindrucksvolle Bergwelt der Adamello-Presanella-Gruppe, die uns während des gesamten Anstiegs begleitet.

Am Tonale beginnt auch der Oglio-Radweg, dem wir anschließend folgen – vom Ursprung des Flusses bis zu seiner Mündung in den Po, rund 300 Kilometer flussabwärts. Der Radweg ist durchgehend sehr gut beschildert.

Die Abfahrt vom Tonalepass hinunter nach Ponte di Legno ist auf Teilen des Radwegs überraschend steil, sodass wir abschnittsweise auf die Straße ausweichen. Ab Ponte di Legno verläuft die Strecke dann angenehm stetig bergab durch Wiesen und Wälder. Edolo bietet sich perfekt für eine Pause an – ein Eis ist hier genau das Richtige.

Weiter geht es talauswärts in Richtung Iseosee. Die Landschaft bleibt zwar grundsätzlich im Abwärtsfluss des Tals, doch zwischendurch warten einige unerwartet giftige Anstiege.

Wir waren selbst etwas überrascht, da die Route insgesamt bergab führen sollte – was sie auch tut, aber eben nur „tendenziell“.

In Boario Terme suchen wir am Abend nach einer Unterkunft, doch alles ist ausgebucht. Unsere letzte Rettung ist das Ostello Angolo Verde. Nach den beiden Pässen müssen wir noch einmal hinauf ins Dorf treten, doch wir werden freundlich aufgenommen.

Eigentlich gibt es keinen Restaurantbetrieb, aber auf unsere höfliche Nachfrage bekommen wir in der Bar dennoch ein Panino – genau das Richtige nach einem langen Tag.

Tag 2:

IseoSee – Oglio Radweg- Po
(206km/ 700Hm, ca. 11h)
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Nach dem Frühstück geht es weiter auf dem Oglio-Radweg. Entlang des Iseosees ist es lebhaft und touristisch, und wir sind froh, den trubeligen Uferbereich bald wieder zu verlassen und in die ruhigere Flusslandschaft einzutauchen. Abgesehen vom See begegnen wir den ganzen Tag nur wenigen anderen Radfahrern. Die Strecke wechselt zwischen Asphalt und Schotter und führt durch landwirtschaftliche Felder, Flussauen und kleine Ortschaften. Zwischendurch gönnen wir uns das ein oder andere Eis an diesem heißen Tag.

Von unserer Unterkunft bis zur Mündung des Oglio in den Po sind es noch einmal über 200 Kilometer. Zwar sammelt sich dabei kaum noch Höhenmeter an, doch die Beine müssen dennoch ordentlich arbeiten. Die Strecke zieht sich lang und verlangt trotz des flachen Profils Ausdauer und Geduld.

Erschwert wird das Ganze durch zahlreiche Schotterpassagen, die stellenweise auch recht ruppig ausfallen. Gerade auf diesen Abschnitten merkt man, dass der Oglio-Radweg zwar landschaftlich sehr abwechslungsreich, fahrtechnisch aber nicht immer ganz gleichmäßig komfortabel ist.

Die Landschaft ist geprägt von langen, flachen Straßen, Feldern, einzelnen Baumgruppen und viel Himmel. Dann plötzlich stehen wir vor dem Ponte delle Barche di Torre d’Oglio – einem Ort, den man so nicht erwartet.

Diese Brücke ist keine gewöhnliche Flussüberquerung, sondern eine Schwimmbrücke aus Pontons, die auf dem Wasser liegt und sich mit dem Pegel des Oglio bewegt. Beim Überfahren spürt man die leichte Bewegung unter den Reifen – ein ungewohntes, aber faszinierendes Gefühl.

In der Dämmerung haben wir erneut Pech mit der Unterkunft: Eine überbuchte Agriturismo hilft uns jedoch weiter und organisiert eine Alternative. Glück im Unglück.

So erreichen wir bei wunderschönem Abendrot das Corte Gambino, Agriturismo e B&B, wo wir herzlich empfangen werden. Normalerweise wird man hier auch abends bewirtet, wir sind jedoch eher spät dran und hatten deshalb schon kurz vorher im Ristorante „Le Terrazze sul Po“ zu Abend gegessen.
Nach dem Frühstück brechen wir am nächsten Tag Richtung Heimat auf. Nicht ohne noch ausgiebig mit unseren Gastgebern „gequatscht“ zu haben.

Tag 3:

Po-Matua-Mincio Radweg- Etschtal Radweg – Bozen
(223km/ 1000Hm – ca.10h)
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Mantua lassen wir bewusst rechts liegen, da wir schon mehrmals durch die Stadt gefahren sind. Wer jedoch noch nie dort war, sollte die Route unbedingt erweitern. Denn Mantua besticht durch eine seltene Kombination aus Wasserlandschaft und Renaissance-Erbe. Die Stadt liegt eingebettet in eine Seenlandschaft, die vom Fluss Mincio gebildet wird. Diese Wasserlage war einst Teil eines ausgeklügelten Verteidigungssystems und verleiht Mantua bis heute den Charakter einer fast inselartigen Stadt, umgeben von Wasser und Natur.

Wir folgen weiter der Beschilderung des Mincio-Radwegs bis nach Peschiera. Nach einem kurzen Kaffeestopp in unserem bevorzugten Bikehotel „Enjoy“ geht es weiter über die Hügel, an Affi vorbei und hinunter ins Etschtal.

Dort bringt uns der Radweg schließlich komplett verkehrsfrei zurück nach Bozen.

Der Etsch-Radweg (auch Teil des Via Claudia Augusta-Korridors) ist einer der wichtigsten und beliebtesten Nord-Süd-Radwege im Alpenraum und verbindet den Reschenpass mit Verona – bzw. auf deiner Route den Vinschgau und Südtirol mit dem Poebene-Raum.

Ein großer Vorteil dieses Radwegs ist seine klare Linienführung entlang der Etsch (Adige): Dadurch ergibt sich über weite Strecken eine angenehm fahrbare, fast durchgehend abfallende Strecke – ideal für lange Tagesetappen ohne technische Schwierigkeiten. Aber wir müssen ja Richtung Norden, also etwas mehr aufwärts fahren.

Charakteristisch ist die Mischung aus gut ausgebauten Radwegen, verkehrsarmen Nebenstraßen und langen, geraden Abschnitten durch Obst- und Weinbaugebiete. Besonders im unteren Etschtal, zwischen Trient und Verona, fährt man oft auf perfekt asphaltierten Dammwegen direkt am Fluss entlang – sehr flüssig zu fahren, aber bei Gegenwind auch überraschend fordernd. Unser Glück ist aber, dass wir schönen Rückenwind hatten, sonst hätte ich es mir vielleicht überlegt, in Rovereto oder Trient in den Zug zu steigen.

Besonders erwähnenswert sind die vielen Trinkwasserbrunnen entlang der Strecke, die uns an diesem sehr heißen Tag immer wieder retten.

Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel stärken wir uns ein letztes Mal im Bicigrill Bike Break – ein idealer Ort, um entspannt zu sitzen und gut zu essen.

Alles in allem eine gelungene dreitägige Tour. Die Etappen sind sportlich anspruchsvoll, und viel Zeit für Pausen bleibt kaum. Wer es entspannter möchte, sollte vier bis fünf Tage einplanen.