Frau + Karbon = Randonneur(in) - aber nicht nur ...

Abenteuer mit Willi – the drone

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Das war vielleicht eine Geschichte gestern. Meine Drohne – mein Willi (so heißt er, weil er manchmal macht, was er will) – ist mir abgehauen. Ob ich ihn wiederfinden werde?

Willi

Meine erste Pässeausfahrt. Von Brixen über den Jaufen und durch das Passeiertal zurück. Ich war mit dem Rad unterwegs, den Jaufenpass hatte ich schon erreicht. Etwas weiter unten hatte ich schon einige Flugübungen mit Willi. Nun wollte ich mich von der Passhöhe von Willi verfolgen und filmen lassen. Alles lief wunderbar. Bei der rasanten Abfahrt ins Tal kam ich zwar den Felswänden manchmal bedenklich nahe und Willi auch, aber es ging gut. Fahrtwind, Kurven, dieses herrliche Gefühl, bergab zu rollen.

Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel: Willi ist nicht mehr hinter mir. Er steigt. Und steigt. Und steigt weiter.
Und dann – weg. Aus meinem Sichtfeld verschwunden.

„Hilfe! Und jetzt?“

Die Kamera zeigt mir noch, dass er irgendwo hoch über der Straße schwebt. Tief unter mir sehe ich sogar noch die Galerie. Aber wohin fliegt er? Der Bildausschnitt auf dem Controller verrät mir nichts. Keine Orientierung, kein Hinweis. Nur Himmel, Straße, Leitplanke. Hektisch drücke ich einige Knöpfe. Ob ich es dadurch noch schlimmer mache?

Und dann fällt mir ein: Wenn der Batteriestand kritisch wird, fliegt die Drohne automatisch zum Startpunkt zurück.

Nur dumm, dass ich inzwischen etwa zwei Kilometer weiter unten bin.

Sofort beginnt das Kopfkino:
Was, wenn das nicht klappt? Was, wenn Willi irgendwo abstürzt? Oder irgendwo an einem steilen Hang landet? In diesem Gelände – keine Chance, ihn je wiederzufinden. Tausend Bilder schießen mir durch den Kopf. Dabei ist Willi noch gar nicht lange bei mir! Und jetzt soll er mich schon wieder verlassen?

Und selbst wenn er wirklich brav zum Startpunkt zurückfliegt und dort am Straßenrand landet – was, wenn ein Auto zu weit rechts fährt und ihn plattmacht?

Schlimme Gedanken.

Ich trete also wie ein Wahnsinniger in die Pedale und jage mit dem Rad zurück bergauf. Irgendwann kommt ein Auto entgegen. Ich stelle mein Rad an die Leitplanke, reiße den Daumen hoch.

Zum Glück hält der Wagen.

Ob die beiden Insassen verstanden haben, was ich ihnen da völlig außer Atem erzähle, weiß ich bis heute nicht. Ich stammle irgendetwas von:
„Drohne … abgehauen … vielleicht oben am Startplatz … keine Ahnung … muss schnell hoch …“

Satzfetzen. Schnappatmung. Leichte Panik.

Sie nehmen mich mit.

Kurz vor der Passhöhe bitte ich meine Retter, langsamer zu fahren. Falls Willi tatsächlich mitten auf der Straße sitzt …

Und plötzlich: wieder ein Kamerabild!

Ich sehe Asphalt. Leitplanke.
Willi hat tatsächlich den Heimweg gefunden.

Ganz offensichtlich ist er brav zum Startplatz zurückgeflogen und ist dort (hoffentlich unversehrt) gelandet.

Langsam rollen wir weiter.

Und dann sehe ich ihn.

Da sitzt er. Ganz ruhig. Auf dem Asphalt. Als wäre nichts gewesen. Und wartet.

Mein Willi.

Noch einmal gut gegangen.

Aber eines ist klar: Beim sicheren Drohnenfliegen habe ich wohl noch ein bisschen Nachholbedarf. 😄

Die Drohne Willi bei unserer zweitägigen Skitour im Einsatz (Liffel-, Jakobspitze, Durnholz, Gaishorn)

2 Kommentare

  1. Toni O.

    gabi, Du könntest Schemriftstellerin sein un einen Roman über Willi herausbringen, so toll und spannend hast Du geschrieben! ! ! 😃👍👌💯

    • Gabi Winck

      Hallo Toni, danke! Macht Spaß manche Sachen niederzuschreiben … Deshalb gibt es auch von jedem „Abenteuer“ immer Wort & Bild, sprich Video
      Bis bald auf der nächsten Tour, vielleicht stelle ich euch Willi mal vor … (hoffentlich haut er nicht wieder ab …)
      Schöne Grüße
      Gabi

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