
Das war unser solstizio d’inverno 2026
Schon wieder ist ein Jahr vorbei.
Und auch heuer gab es leider kein Audax Randonneé Solstizio d’Inverno, das sonst von Fabio Albertoni organisiert wurde.
Also hieß es wieder: selber machen.

So gingen wir erneut alleine auf die nächtliche Runde um den Gardasee.
Rund 200 Kilometer und 1.200 Höhenmeter später war klar: Es war jede Pedalumdrehung wert.
Eingeladen hatte ich über Instagram und Facebook, außerdem wurde die Runde als JOINME! auf der Skinfit-Website angekündigt.
Am Ende standen 12 Leute in Arco am Start:
Umberto aus Trient, die beiden Mädels Margy und Gaia, drei Jungs aus dem Raum Turin (Marco, Gabriele und Massimo), Andrea aus Linz, Uli aus München, Christian und ich aus dem Raum Brixen sowie Michael und Benjamin aus dem Vinschgau.

Gemeinsam rollten wir los Richtung Norden. Jede*r im eigenen Rhythmus, ganz ohne Druck. Unterwegs fanden sich immer wieder kleine Grüppchen – genau so, wie es sein soll vier Tage vor Weihnachten.
Nach der ersten Schleife über die Nordrunde (Arco – Radweg Richtung Sarche – Toblino-See – entspannt zurück nach Arco) trafen wir uns bei Kilometer 45 wieder.
Wer mochte, legte eine Pause ein: Die Bar Centrale in Arco hatte bis Mitternacht geöffnet – perfektes Timing.

Danach ging es im Uhrzeigersinn rund um den Gardasee.
Bei Kilometer 111 stand der nächste Boxenstopp an: Energie nachladen bei McDonald’s in Peschiera (am Wochenende nachts bis 2 Uhr offen – wer hätte das gedacht?).
Die Vinschger waren schon wieder unterwegs, als ich dort ankam, kurz darauf war der Rest der Truppe wieder komplett. Essen, aufwärmen, weiter.

Sirmione, Desenzano, Saló … dann durch die Tunnel der Gardesana Occidentale, vorbei an Limone, Riva und zurück nach Arco.
Die Gruppe zog sich etwas auseinander – ich „musste“ zum Beispiel immer wieder stehen bleiben, um die Weihnachtsbeleuchtung zu fotografieren. Man kann ja nicht einfach dran vorbeifahren.
Als ich schließlich wieder in Arco einrollte, kündigte ein feiner lila Streifen am Himmel bereits die Morgendämmerung an. Am Parkplatz folgte noch eine kurze Verabschiedung – alle happy, alle zufrieden.

Obwohl es unterwegs kaum unter 4 Grad hatte, war es am Parkplatz neben dem Fluss deutlich kälter: Raureif am Dach, mein Auto-Aufstelldach war zugefroren. Also verzichteten wir drei auf eine Schlafpause und packten unsere sieben Sachen zusammen.
Erstaunlich, welches Chaos ein paar Sachen anrichten können. Räder verstaut – meines hinter dem Sitz, Andreas und Ulis auf dem Heckträger – los ging’s.
Und dann kam der Moment, der mir heute noch in den Knochen steckt.

Beim Wegfahren fragte ich Uli noch, ob die Räder wirklich gut festgezurrt seien – und ob die rote Bandschlinge als zusätzliche Sicherung montiert sei.
„Wozu denn?“
Ich erzählte ihm meine Geschichte vom Tuscany Trail, wo mir fast zwei MTBs auf der Autobahn verloren gegangen wären. Die Bandschlinge blieb trotzdem nutzlos hinter meinem Sitz.
Irgendwann auf der Autobahn hörte ich ein seltsames Geräusch.
Ich fragte Andrea, die hinten saß, was das gewesen sei. Sie schaute zum Radträger und rief:
„Da ist nur noch ein Rad.“
„Du machst Witze“, sagte ich.
„Nein!!!“
Pannenstreifen. Anhalten.
Fünf Meter hinter dem Auto lag Ulis Rad.

Erstmal Schockstarre. Die beiden zogen Leuchtwesten an, stiegen aus. Auf den ersten Blick schien das Titanrad unversehrt – bis auf den fehlenden Spiegel. Später stellte sich heraus: dem Rad ist wirklich nichts passiert.
Mehr Schaden hatte mein Setup: Die rot-weiße Warntafel war kaputt, zwei Befestigungen am Träger, die Felgenschuhe, waren weg – wie und wohin, bis heute ein Rätsel.
Der Schreck sitzt tief. Mein Fehler war klar: Ich hätte darauf bestehen müssen, die Räder zusätzlich zu sichern.
Also: Leute da draußen – verlasst euch nicht nur auf die Befestigungen am Radträger! Sichert zusätzlich. Mit Bandschlinge, Gurt, was auch immer.

Was hätte passieren können, mag man sich gar nicht ausmalen: ein Rad auf der Fahrbahn, ein nachfolgendes Auto, ein Unfall …

Parktipp:
Parcheggio della Sarca
Via P. Leonardi, 38062 Arco
Mini-Video 2025
Solstizio 2025 ist Geschichte.
Und ich freue mich jetzt schon auf Solstizio 2026
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