Frau + Karbon = Randonneur(in) - aber nicht nur ...

Autor: Gabi Winck (Seite 1 von 14)

80% ist mental - der Rest ist Kopfsache

Rando EDELWEISS oder wachgeküsst …

Randonnée EDELWEISS von Sport Verona, 420 Km/ 4050 Hm

italiano

In der Nacht fahren ist nicht grad meine Lieblingsbeschäftigung und das vor allem wegen der Sekundenschlaf-Gefahr und weil meine Gedanken durch die mangelnde Ablenkung in Endlosschleife durch die dunkle Nacht vagabundieren.

Und was zudem in der Nacht auf mich zukommen bzw. mich überkommen sollte … gut, dass ich mir das in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen konnte …

Verona Gravel

Mit diesem Bild vom Verona Gravel hatte ich einen Startplatz gewonnen für das Brevet EDELWEISS Reverse über 400km.

Eine Nacht durchfahren oder nicht? Ich entschloss mich kurzerhand (naja, in Wirklichkeit in endlosem Hin und Her *lach*) mit Sack und Pack zu starten, das hieße mit Matte, Schlafsack und Biwacksack. Hermann murrte zunächst, denn bei einer 400er mache das kaum wer, dann aber fügte er sich. Ob zwei bis drei Stunden später ankommen … kräht kein Hahn danach.

Start -schon legendär- beim Bike Braek Faedo nach Lattemacchiato für mich und Brioche.

Dann ging es los. Dem Radweg durchs Etschtal folgend. Eingebaut aber eine Schleife über den wunderschönen Kalterer See.

Erste Kontrollstelle sollte in Brixen sein, die ersten 100 Kilometer kannte ich wie meine Westentasche Meter für Meter. Ich war nun froh nicht die Option Start in Brixen gewählt zu haben, wäre ätzend gewesen, wenn alle andern Schluss haben bei Trient und man selbst noch öde 80 Kilomenter vor sich hätte. In Brixen musste ich kurz zuhause vorbei fahren, da ich unsere Radflaschen am Vortag stehen lassen hatte.

Nun ging es nach Stärkung mit großem Kakao und Kuchen ins Pustertal. Nun stieg der Radweg stetig bergan, im Blick die noch schneebedeckten Pusterer Berge. Eine erste Krise gab es in Olang, da ich mich schon über die Strecke entlang des Stausees gefreut hatte. Aber nix da, Umleitung und man musste äußerst beschwerlich bis zu einige Bauernhöfen hoch oben mit Maximalsteigung von 16% hoch. Dann rasante Abfahrt an Welsberg vorbei. Nächste Kontrollstelle bei Niederdorf, mit Toast und Cola zur Stärkung. Zuvor gab es noch Verwirrung bei einer weiteren Baustelle. Wir irrten herum, bis wir schließlich doch wieder auf der gesperrten Strecke landeten. Ein paar Bauern taten laut ihren Unmut kund.

Jetzt ging es längs des „Langen Weges der Dolomiten“, dem Radweg, der Südtirol mit Belluno verbindet. Zunächst radeln wir auf der Landstraße durch das Höhlensteintal nach Cortina. Wenig Verkehr und mäßige Steigung ließen uns zügig vorankommen. Zwischenstopp machten wir kurz vor dem Dürensee, den Traumblick auf die Drei Zinnen durften wir uns nicht entgehen lassen. Das Bächlein, das hier in in den See fließt, ist die Rienz, die sich in Brixen mit dem Eisack vereint. Weiter geht es nun unter den Wänden des Monte Piana, dem im Ersten Weltkrieg heftig von Österreichern und Italienern umkämpften Berggipfel.

Von Cortina verläuft der Radweg auf der Trasse der ehemaligen dampfgetriebenen Dolomitenbahn, die von 1921 bis 1964 in Betrieb war und während der Olympiade 1956 unzäh. Etwa 40 Kilometer bergab durch das Val Bóite mit beeindruckendem Blick auf die massiven Gebirgswände, vorbei an alten Bahnhöfen und durch Viadukte.

Kurz vor Piéve Energienachschub in der Bar beim Eisstadion in Tai di Cadore (hier war Kontrollstelle bei der Rando 600).

Nun radeln wir entlang der alten Alemagna-Straße vorbei an Longarone, mit seiner tragischen Geschichte des Staudammbruches. In Ponte nelle Alpi füllen wir an der vorletzten Kontrollstelle mit Pasta al pomodoro unsere Energiespeicher. Einige Mitstreiter erzählen, dass die Fahrer vor uns gerade durch eine Gewitterfront fahren, also lassen wir uns etwas Zeit und das war gut so, denn die nassen Straßen zeugen von unlängst abgegangenen Regengüssen, aber zumindest von Oben bleiben wir trocken. Aber in der Ferne drohen die Wolkenbänke in giftigen Farben. Hoffentlich dreht der Wind nicht. Auf Radwegen und sekundären Sträßchen geht es nun vorbei an Belluno, Feltre bis nach Arsíe, von wo wir abfahren in die Valsugana. Es ist nun schon spät und so nutzen wir die erstbeste Gelegenheit, eine Bar am Wegesrand, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Hermann macht es sich unter einem Dach gemütlich, mir ist es da zu hell und so verziehe ich mich unter einen Tisch nebenan. Es ist nicht unbedingt warm,

das Thermometer zeigt gerade mal 8° an, ich ziehe also alles an, was ich aus den Tiefen meiner Taschen greifen kann. Endlich in die verschiedenen Schichten von Schlafsack und Biwacksack verkrochen, war die eben noch vorhandene Müdigkeit wie weggeblasen. Irgendwann übermannt er mich doch – der Schlaf. Aber was ist das? Stimmengewirr, Knirschen von Radschuhen auf dem Pflaster. Ein paar Radfahrer, die vergeblich nach dem „Timbro“, dem Kontroll-Stempel suchen. Hat wohl die nachtschlafende Zeit für Halluzinationen gesorgt. „Dai ragazzi! Zitti! Die nächste Kontrolle ist erst in einem Dutzend Kilometern“. Endlich sind die Störenfriede von dannen gezogen, ich befinde mich irgendwann zwischen Wachsein und Schlafen. Was ist das schon wieder? Ein kaum zu vernehmendes Knistern … lässt mich hellwach werden. Ich halte den Atem an. Da! Schon wieder. Irgendwas ist an meinem Biwaksack. Da schon wieder! Kann doch nichts sein … Ich drifte langsam wieder weg. Und jetzt, was ist das? … alarmiert reiße ich die Augen auf. Irgendwas Feuchtes an meiner Wange! Ein Kuss? Wer …? Eine Katze, ein Fuchs, Wolf oder gar ein Bär? Vorsichtig wühle ich meine Hand aus den Tiefen der wärmenden Schichten. Ihhhiiiigittttigitt. Greift sich an wie eine feuchtkalte Hundeschnauze, aber im Schlafentzugswahn begreife ich nicht, dass das der Negativabdruck davon ist. Langsam werden meine Gedanken klarer und ich begreife … eine dicke Nacktschnecke hatte sich ihren Weg über meine Wange gebahnt und mich sozusagen wie Dornröschen wachgeküsst. An Schlaf ist nun nicht mehr zu denken, vor allem auch deshalb, dass die Umgebungsluft immer feuchter und kälter wird. Ich zittere in meinem Schlafsack. Also weiter. Bei der Kontrolle treffen wir Andrea S., einen Langstreckenradler, der wochenlang auf dem Rad verbringen kann und u.a. zur Rando 6+6 Isole mit Rad angereist und anschließend hunderte Kilometer wieder heimgefahren ist.

Hinter uns wird es langsam hell, die Morgenstimmung am Caldonazzo-See ist traumhaft schön.
Aber auch dem letzten Anstieg bei Pergine wird mir nicht warm, bis wir runter nach Trient rollen. Am Radweg überholen wir ein paar Ciclisti, dem müden Anblick auch Mitradler. Diese biegen bei Lavis aber rechts ab, wir hätten eigentlich auch diese Abkürzung nehmen sollen, denn ein paar Kilometer weiter geht gar nichts mehr, nicht mal Schritttempo. Wir stecken im Stau. Ein Hirte mit hunderten von Schafen, ein paar Eseln und Ziegen blockieren die Ciclabile. Geduld ist gefragt. Die letzten Kilometer radeln wir nun den Etschtalradweg zurück zum Ausgangspunkt, wo uns Loretta schon erwartet. Loretta übrigens eine phänomenale Radlerin, die tausende Kilometer zur Unterstützung der „Amici del quinto piano“ radelt. Es gibt ein großes Hallo auch mit Giuseppe Leone, Maria Altimare und Flavio Bertagnolli. Und nicht zu glauben, dass Thomas Günsel, den ich mit meinem Bericht von der Verona Gravel zum Mitmachen motiviert hatte, schon gegen 23 Uhr im Ziel war nach nur 17 Stunden auf dem Bike, wir hingegen brachten über 25 auf den Tacho … Das Frühstück beim Bike Break Faedo mundet und auch den Teller Spaghetti al pomodoro etwas später haben wir und redlich verdient. Ich werde allerdings noch einen ganzen Tag brauchen, bis mir wieder warm wird.

Flucht ans Meer

Covid-Pfingst-Lockerung – nichts wie weg! Ans Meer, ganz spontan.

Gabicce Mare ist unsere Destination, Stützpunkt ist zum wiederholten Male das Bikehotel Marinella. Chef Alessandro ist selbst begeisterter Radfahrer und kann manche Tipps geben. Das Hotel bietet auch täglich schöne Radfahrten durch die schönen Hügel der Emilia-Romagna und Marken an. Wir machen uns an diesen beiden Tagen aber alleine auf den Weg.

Radtour 1 San Leo und San Marino (111km/ 1800Hm) Strava   download

Radtour 2 Auf den Monte Carpegna – den berüchtigte „Cippo“ (138 km/ 2300 Hm)
Strava   download

Anekdötchen von Tag 1
Hinfahrt nach San Marino und San Leo durch das Conca-Tal. Ich hatte mich schon auf verkehrsarme Sträßchen gefreut, aber hier ist es nicht ganz meinem Geschmack. Zudem weht uns eine straffe Brise entgegen. Frau soll nicht mit so hohen Pulsfrequenzen fahren. Gute Ausrede sich in den Windschatten des Göttergatten zu hängen. Langsam habe ich mich an diesen Gedanken gewöhnt. Glaube das zumindest.


Aber wo fährt der gute Mann. Hinter seinem holden Weib. Dann Überholmanöver und Beschleunigung und die Gute steht im Wind und der Gatte ist von dannen geprescht. Ich werde immer langsamer. Soll er doch alleine wohin auch immer fahren. Irgendwann dann steht H. mit fragendem Blick wartend am Straßenrand. Ich vorbei. Er hängt wieder hintendran. Nicht lange dasselbe Spiel. Überholmanöver, Beschleunigung total und weg ist er. Meine Miene wird immer säuerlicher. Soll er doch dahin fahren, wo der Pfeffer wächst. Und überhaupt: Den nicht geringen Pfings-Samstag- Verkehr mag ich auch nicht.

Ich konsultiere das Navi. Aha, hier könnte ich abbiegen und auf Schleichwegen nach San Marino radeln. In Fratte bietet sich eine Gelegenheit. Ich biege rechts ab, folge dem Sträßchen, nach 100 Metern Ende in einer Wohnsiedlung. Aber das Navi hat hier doch eine Verbindung angezeigt. Ich schaue nochmal genauer. Ach so, die Bewohner dieser kleinen Siedlung können sagen: „Ich wohne in der Emilia Romagna, mein Auto parke ich aber in den Marken“. Hahhaaaaa – die Linie, der ich gefolgt bin, ist nämlich die Provinz-Grenze. Kleinlaut fahre ich zurück. Von Hermann weit und breit keine Spur mehr. Doch da vorne wartet er schon wieder. Als ich in Sicht bin, bewegt er sein Rad wieder weiter taleinwärts. Nein, er biegt rechts ab. Mein Navi zeigt eine „Abkürzung“ nach San Marino an. Das ist eine gute Idee – weg vom Autoverkehr! Aus den Augenwinkeln sehe ich Hermann hinter der nächsten Biegung verschwunden. Aber wieso das? Da kommt man nur wieder auf die Hauptstraße. Na warte! Nicht mit mir.

Hier kann ich mein missglücktes Vorhaben von vorher in die Tat umsetzen. Die ruhige Straße ist ganz nach meinem Geschmack, es geht nun zudem bergauf, nichts hasse ich mehr als kilometerlange flache Strecken. Nach den ersten Kehren nagt dann doch langsam das schlechte Gewissen. Gut, eine WhatsApp-Nachricht kann ich ja tippen, sein Handy ist eh immer aus: „I fohr über Sassofeltrio – segma ins spater!“ Weiter schraube ich mich hoch. Auf einer langen Geraden drehe ich mich immer wieder um. Wäre doch ganz schön, wenn mein Rad-Partner mir nachkäme. Was, wenn wir uns nicht mehr treffen? Verloren haben wir uns schon häufig, das sorgt für Erheiterung bei unseren Radlfreunden. Ich gucke mal auf mein Handy.

„Ondre Strecke?“ – Aha, meinen Seitensprung hat er schon entdeckt und kurz vor Sassofeltrio hat er mich dann wieder. Ich werde mal meinen Frust los. Und der Rest der Tour ist gerettet. Wunderschön geht es vorbei an San Marino nach San Leo, das wie ein Adlerhorst auf einem felsigen Hügel thront. Nach einer schönen Strecke durch die Colline geht es über den Passo San Marco und vorbei am malerischen Monte Cerignone hinunter ins Concatal und mit tollem Gegenwind zurück nach Gabicce Mare.

Tag 2: Monte Carpegna – der berüchtigte „Cippo“ (138 km/ 2300 Hm)

Il „Cippo“ di Carpegna. Lang schon auf dem Wunschzettel, aber zugegeben – etwas sorge ich mich über die vor uns liegende Tour. Sie wird lang und hat viele Höhenmeter. Werde wir vor dem Abendessen überhaupt zurück sein?
Wieder geht es ins Conca-Tal. Aber wir entschließen uns dazu nicht den schnellsten Weg nach Carpegna zu nehmen, sondern über einen Hügel durch das Valle Avellana ins Valle del Foglia abzufahren und über Mercatale und Lunano hinauf nach Carpegna zu radeln. Das war eine sehr gute Entscheidung, die Strecke ist wunderschön. Nach dem sanften Aufstieg nach Carpegna wird es dann bitterernst. Es geht auf den Monte Carpegna, einen 1415 m hohen Berg im Naturpark des Montefeltro. Die Auffahrt von Carpegna her ist unter Radsportlern weltbekannt unter dem Namen „Il Cippo della Carpegna“.

Der Hintergrund: Die Strecke war das Lieblingstrainingsrevier von Marco Pantani Il cielo – der Himmel- des „pirata“. Die ersten beiden Kilometer haben es ganz schön in sich: Die Steigung auf dem Navi pendelt zwischen 16 und 20 % an. Dann wird es milder, es geht in zahllosen Serpentinen durch wunderbaren Laubwald nach oben. Auf dem höchsten Punkt kommt ein Brunnen mit klarem Quellwasser zur Erfrischung ganz zurecht, bevor wir uns auf der anderen Bergseite in die Tiefe stürzen. Und von Carpegna dann geht es nun durch das Conca-Tal in Sause-Fahrt zurück ans Meer.

Und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch in Gabicce Mare. Dann wird das Gravel-Bike mitkommen. Susi und Wolfgang sei Dank, die uns den Mund wässerig gemacht haben.

Müsliriegel

Müsliriegel

Gabi Winck
Anstatt der Riegel, die es um viel Geld zu kaufen gibt, hier eine gesunde Alternative. Die Zutaten sind ein Vorschlag. Man kann sie nach Belieben austauschen oder ergänzen. Ich gebe z.B. auch klein geschnittene Trockenfrüchte dazu (Datteln, Feigen, Marillen, Zwetschgen, Kokosflocken, …)
Zubereitungszeit 1 Std.
Auskühlen 10 Stdn.
Arbeitszeit 1 Std.
Gericht Kleinigkeit
Portionen 1 Blech

Equipment

  • Topf
  • Backblech

Zutaten
  

  • 4 Tassen Haferflocken oder Buchweizenflocken oder auch andere
  • 1 Tasse Sonnenblumenkerne
  • 3/4 Tasse Sesam
  • 1 Tasse Mandeln, Haselnüsse oder Wahlnüsse nach belieben
  • 1 Tasse Honig
  • 1/2 Tasse Kokosfett geht auch jedes neutrale Öl
  • 1 EL Zimt
  • 1 Prise Salz wer will

Anleitungen
 

  • Honig und Fett in einem Topf heiß werden lassen.
  • Die restlichen Zutaten dazugeben und gut umrühren.
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Müslimasse darauf verteilen. Gut andrücken.
  • Bei 110°C etwa 1 Stunde lang trocknen lassen, bis die Ränder eine ganz leichte goldbraune Farbe annehmen.
  • Wichtig: Da das ganze nun noch etwas bröckelig ist, die Geduld aufbringen und die Masse einige Stunden (am besten über Nacht) auskühlen lassen.

Notizen

Die Riegel luftdicht und trocken aufbewahren.
Keyword müsliriegel

Zum Eisessen nach Genua – 400km Rando Carlo Galetti

Brevet Carlo Galetti der Ciclisti Corsichesi resoconto in italiano
390 km/ 2900Hm

Die Fahrt war für uns ein willkommenes Schlupfloch dar, den Covid-19-Reisebeschränkungen zu entfliehen – also auf nach Mailand. Hier der Track auf Strava.

Mein Mini-Video:

Die Randonnée hatten wir schon vor einigen Jahren einmal gemacht, allerdings könnte von Interesse sein, dass wir dieses Mal am Morgen starten, während wir damals kurz vor der Abenddämmerung losgeradelt waren. Um 6 Uhr morgen steigen wir auf unser Bike nach Frühstück im Café Christian im Örtchen Zibido San Giacomo. Der Veranstalter Luciano ist vor Ort und schickt uns auf die Strecke. Auch andere Radfahrer sind schon vor Ort, mit Minimalausrüstung. Mein Bike hingegen ist bepackt, als würde ich heute schon zum Nordkap aufbrechen.

Die Po-Ebene durchqueren wir auf einem schön angelegten Radweg entlang von Kanälen und auf Nebenstraßen. Es geht flach dahin, voraussichtlich für etwa 100 Kilometer. Ich schaue, dass mein Puls nieder bleibt, dass ich zumindest im Flachen den Maximalpuls von 155 nicht überschreite. Aber leicht fällt mir das nicht, immer wieder äuge ich misstrauisch auf meine Garmin. Warum das schlechte Gewissen nagt, ist hier nachzulesen. Nach der ersten Kontrollstelle bei Bereguardo, neu ist die Verwendung der App Icron, mit der die Kontrolldurchgänge via QR-Code belegt werden, tauchen wir ein in den Naturpark des Ticino. Der Fluss wird hier auf einem Ponte delle Barche überquert, auf einer Pontonbrücke. Mit der GoPro in der einen Hand und mit nur einer am Lenker sind die wackeligen Planken eine Herausforderung, lose Bretter, Löcher, ein kantiges Metallband.

 Zwei, drei Schreckensausrufe … sollte für mich schon hier -nach etwa 80 Kilometern – die Fahrt zu Ende sein? „Gabi, du spinnst wohl!“, raunt mir eine Stimme zu und dasselbe lese ich aus den Blicken Hermanns, als ich auf der anderen Seite ankomme – heil … Weiter durch die Felder der Po-Ebene und über ebendiesen Fluss. Bald wird es hügelig und der Anstieg nach Carpeneto, dem zweiten Kontrollpunkt, bringt knackige 12% auf den Tacho. Nach einer rasanten Abfahrt und dann geht es dann entlang des Flusstales des Torrente Erre. Die Steigung ist meist moderat. Italienische Ciclisti nennen das einen falso piano, eine falsche Ebene. Die Gegend wird immer rauer, von saftigem Laubwald gelangen wir durch Buschwald bis zu felsigem Gelände beim Übergang nach Ligurien. Angelangt bei einigen Festungsanlagen, erinnere ich mich, dass wir hier letztes Mal noch im Dunkeln waren. Ich freue mich schon, bei der Abfahrt das erste mal einen Blick auf das Meer zu erhaschen, zu lange waren wir durch Covid-19 verhindert die „Welt“ mit ihren Schönheiten zu sehen.

Als ich in der Ferne ein riesiges Frachschiff erspähen kann, läuft mir ein Prickeln über den Rücken. Und endlich sind wir dann unten. Ach, wie schön ist das tiefe Azur des Meeres. Von fast Einsamkeit der letzten Stunden tauchen wir ein in einen bunten Rummel. An den Stränden ist ganz schön was los. Und auch der Autoverkehr ist äußerst lebhaft. Das liebe ich weniger. Aber die 30 Kilometer bis Genua werde ich wohl überleben. Ablenkung bietet die Schönheit der Küste und die Ausblicke auf kleine Buchten wechselnd mit bevölkerten Stränden und immer das wunderbare Blau.

Unterwegs gönnen wir uns eine kurze Pause. Ich bewache die Räder, Hermann besorgt fabelhafte Focaccia. Hatte ich bei einer der vergangenen Fahrten seine Einkäufe mal bemängelt mit „viel zu viel, wer soll das denn essen?“, so stand ich hier fast hungrig wieder aufs Rad. Selber schuld …  Auch Wasser hatten wir dringend gebraucht. Der Wassereinkauf sorgt für Beinduschen durch Sprühregen in regelmäßigen Abständen – sehr angenehm … Ja, ja, wenn Männer zum Einkaufen geschickt werde … aber wir Frauen dürfen mit Kritik hinterm Berg halten, wir sollten eigentlich froh sein …  bekomme ich durch die Blume mitgeteilt. Kritik nagt am Selbstvertrauen 😊. Klammer auf – ich hätte statt acqua minerale frizzante besser stilles gekauft – Klammer zu.

Bei Genua wird der Verkehr immer dichter, ich bin froh, dass wir nun wieder gegen Norden abbiegen können. Eine Gänsehaut überläuft mich, als vor uns eine hohe schlanke weiße Brücke erscheint: Ponte San-Giorgio, anstelle der 2018 eingestürzten Morandi-Autobahnbrücke. Eine Weile berührt mich die Erinnerung und lenkt mich von den finde ich wenig schönen Industrievororten Genuas ab. Bald ist Pontedecimo erreicht, der dritte Kontrollpunkt, hier laben wir uns mit Eis und frisch gepresstem Orangensaft. Und nun steht die nächste Steigung an: der Passo Giovo. Langsam gurke ich in der nun nachmittäglichen Hitze die Serpentinenstraße aufwärts. Irgendwann schließt Salvatore auf und mit Quatschen ist der Kulminationspunkt bald erreicht. Nun geht es nur noch abwärts, tendenziell, wie ich feststellen muss.

Vor der Dämmerung stärken wir uns nochmal mit Tost. Dann fahren wir in die Nacht hinein. Hatte ich die vergangene Nacht wieder mal grottenschlecht geschlafen, so sorgte ich mich schon auf die anstehenden 100 finalen Kilometer. Ich hatte zwar meinen Biwacksack mit, aber es wird schon recht kühl und es sind ja nur noch so wenige Kilometer. Ich rechne mir das durch, bis halb zwei sollten wir zurück sein. Schlusszeit wäre 27 Stunden insgesamt, also eine mehrstündige Schlafpause wäre schon drin … Nur noch flach dahin fahren und nichts Ablenkendes zu sehen ist hart, besonders, wenn frau schon 15 – 16 Stunden in den Beinen hat. Gegen Mitternacht übereilt mich die Müdigkeit. Kurz vor Pavia, biege ich scharf ein und steuere einen kleinen Park mit Bänken an. Ich sage Hermann, mir würden fast die Augen zufallen, ich bräuchte eine kurze Pause. Obwohl ich alles anziehe, friere ich innerhalb Minuten fürchterlich, verstärkt durch die kalte Steinbank und so geht es weiter durch die Nacht. Mein Blick heftet sich alle paar Minuten auf das Navi. Die Kilometer scheinen sich kaugummiartig in die Länge zu ziehen. Mein Puls überschreitet zum Glück kaum die Grenze zu „moderat“ – dafür ist die Geschwindigkeit gar nicht so schlecht. Ich rechne und rechne und überliste mein Gehirn der Müdigkeit nachzugeben.

Und irgendwann sind nur noch 10 Kilometer übrig. Und jetzt bin ich wieder richtig wach … super – nur noch die paar Meter. Und dann sind wir endlich da. Kein Mensch weit und breit. Schnell den QR-Code gescannt und ab in die Federn. Ich bin stolz es wieder geschafft zu haben, denn 19h fast nonstop auf dem Rad und kein Schlaf ist nicht so meins, aber auf einer so „kurzen“ Randonnée eine Schlafpause machen ist halt auch unüblich. Da kommen mir die 600 km eher entgegen, da dort für mich eine Schlafpause drin sein muss. Aber die nächste 400er wartet schon – die Edelweiß von Sport Verona.

Verona Gravel 200 oder der Anfang der Vernunft

italiano

War ich vor ein paar Tagen noch völlig geknickt hinsichtlich der Aussicht, dass ich in „Sport-Pension“ gehen muss und mir ein neues Hobby, sprich Häkeln, suchen sollte, so gibt es doch Lichtblicke. Kurz: ich werde vernünftiger, sprich langsamer unterwegs sein müsse – aber unterwegs … Weiterlesen: ans Ende scrollen.

Zunächst ein Mini-Video

Noch nie habe ich mich so gefreut auf ein vergleichsweise „kurzes“ Rad-Event. Verona Gravel 200. Das auch, weil wir den Corona-Beschränkungen legal entgehen durften und am Gardasee Rad fahren durften. Verona Gravel bietet vier Streckenlängen: 100, 200, 260 oder 460. Hätte ich noch vor zwei Wochen gesagt: „Klaro – 460“, nun aber anbetracht der Tatsachen schwanke ich zwischen 100 und 200. Hermann zeigt sich solidarisch.

Montorio Veronese. Ich habe kaum geschlafen. Um 7:00 gehen wir auf die Strecke. Die Startzeit ist frei wählbar, um Ansammlungen zu vermeiden. Der Tag verspricht wunderbar zu werden. Endlich wieder mal auf zwei Rädern und 200 km sind ja verhältnismäßig wenig … Denken wir … noch …
strava GPX

Verona Gravel. Und das spüren wir schon nach den ersten Kilometern: Es geht ins Gelände und wir dürfen uns freuen über viele Schotterwege und Trails. Schon auf den ersten Kilometern zweifle ich, ob mein Gravel-Bike wohl die richtige Wahl ist – aber mein MTB steht zuhause. Es geht auf und ab und oft auch sehr technisch, so dass auch auf plattebenen Strecken mein Puls in die Höhe geht. Das war so nicht geplant. Ich versuche mich zu bremsen. Schnell ist jedenfalls was anderes.

Nach 50 Kilometern ist es klar: wenn wir so langsam weiterfahren, dann schaffen wir es nie und nimmer bis zum Dunkelwerden wieder zurück zu sein. Und ich Dummkopf habe meine Frontbeleuchtung am Morgen wieder ausgepackt, als mein Göttergatte meinte: „Was wirst du eine Lampe mitnehmen … 200km … da sind wir doch locker gegen 17 Uhr wieder zurück!“ Also Lampe raus. Das Rücklicht kam aber mit und ich habe eine kleine Lampe am Helm, Hermann aber nicht.

Es geht über gröbstes Kopfsteinpflaster, durch Weinberge, hoch und runter, einige Kilometer auf einem schmalen Pfad direkt am Etschufer, durch Brennesseln als Feind der Waden, Rankenpflanzen, die darauf warten sich durch einen Radreifen zu bohren. Wie froh bin ich über meine schlauchlosen Reifen.

Kurz vor der ersten Kontrollstelle in Garda am See, stellt Hermann fest, dass mit seiner Schaltung etwas nicht in Ordnung ist. Kurz darauf steht es fest: Schaltkabelbruch. Er hat nur noch zwei Gänge. Provisorische Reparatur mit einem Kabelbinder. Das hatte er ja schon geübt *lach*, nämlich bei der London-Edinburgh-London und beim Superrandonnée Ötztal-Rundfahrt. Bis Garda, nein bis Peschiera, muss das halten, Schiebepassage bei jedem Anstieg inbegriffen. Die Zeit läuft. Hermann denkt schon dran auf die 100-Kilometer-Strecke zu wechseln. Und hier passiert es das erste Mal – ich verliere meinen Mann. Ich quatsche mit Marina. Wo ist Hermann? Vor oder hinter mir? Keine Ahnung. Bei der Kontrollstelle in Garda kein Hermann in Sicht. Ich fahre weiter. Dann der Anruf: Hermann hatte etwa 20 Minuten auf MICH gewartet … aber nicht an der Kontrollstelle, sondern fälschlicherweise ein paar Hundert Meter vorher, wo ein duzend Radfahrer beisammenstanden an einem Radverleih, in der Meinung hier sei der Kontrollpunkt. Vielleicht sollte man die Carta da Viaggio doch lesen …

In Peschiera holt mein Begleiter mich dann wieder ein und hat Glück, im Bike-Shop, der zweiten Kontrollstelle, wird der Schaden repariert. Ich fahre schon mal vor. Es geht nun sehr schön durch die Moränenhügel südlich des Gardasees, zum Glück ist die Streckenführung nicht mehr ganz so technisch. Dafür wird es geschichtsträchtig: Vorbei an Schauplätzen des italienischen Risorgimento, am Torre di San Martino della Battaglia und Solferino. Kurz vor der dritten Kontrollstelle werde ich von Hermann eingeholt. Die Hälfte des Weges ist erreicht, wir sind seit etwa 6 Stunden ohne Pause unterwegs. Meine Hochrechnung ergibt nun eine Ankunft vor Sonnenuntergang. So gehe ich nach Eis und Orangensaft gelassen auf den Rückweg. Der nächste Schock. Ich rechnete mit 180 Kilometern, das hatte ich irgendwo gelesen, Hermann klärte mich auf, dass es genau 200 seien. Meine Berechnungen stehen also wieder auf wackeligen Beinen und meine Sorgen nehmen bei jeder Gravel-Passage zu. Und derer sind ziemlich viele. Freue ich mich über ein paar Kilometer auf glattem Asphalt, geht es schon wieder scharf ab und über Pfade oder löchrige Schotterpisten, in deren lockeren Belag sich die schmalen Reifen haltlos bohren. Nicht selten laufe ich Gefahr, dass mein Carbon-Esel mich abwirft.

Dachte ich, dass es von Peschiera zurück nach Verona sicher einfacher wird, so täuschte ich mir gewaltig. Felder, schmale Waldwege, dann am Canale Biffis entlang, aber nein, nicht auf dem Radweg, sondern auf einem Pfad auf der gegenüberliegenden Seite. Giorgio Murari, alias Musseu hat sich da schon was Besonderes einfallen lassen. Gegen Ende geht es vorbei an berühmten Bauwerken Veronas. Dann müssen wir uns noch durch verkehrsreiche Veroneser Straßen quälen. Und hier passiert es das nächste Mal: Ich verliere meinen Hermann. Und das natürlich wieder mal, weil frau nicht selten ihren eigenen Kopf durchsetzen will und eigene Vorstellungen der Überquerung der vielbefahrenen Kreuzung hegt. Nun ist er weg, der Hermann … er wartet irgendwo auf mich, während ich schon über alle Berge bin. Das Happy End … wir finden uns wieder und gemeinsam geht es Richtung Ziel – zum Finale …

Die letzten Kilometer verlaufen sehr schön über den Percorso della Salute, auf einem Damm zwischen zwei antiken Kanälen. Und wer wissen möchte, ob wir es vor Einbruch der Dunkelheit ins Ziel geschafft haben: Ja, wir haben! Der Sonnenuntergang spielte sich in der Fossa Murara aus dem 16. Jahrhundert kurz vor Montorio Veronese.

Mit zwölfeinhalb Stunden (reine Fahrzeit 11:23h) neigt sich ein langer Tag nun seinem Ende zu. Dachte ich schon: „Mensch, wie langsam waren wir denn!“, so bin ich mit unserer Zeit sehr zufrieden, auch weil Giorgio irgendwo gepostet hatte, dass es nicht leicht ist, bei diesem Streckenverlauf unter 12 Stunden zu bleiben.

Rückwirkend muss ich sagen, so ein Gravel-Brevet ist DAS, was mir Spaß macht. Man taucht wirklich ein in die Natur, es ist fast wie Wandern, aber auf zwei Rädern. Die 200er-Strecke ist einfach klasse. Dachte ich, dass ich die Gegend schon ganz gut kenne, belehrte mich die Fahrt eines Besseren. Es ist ein sehr abwechslungsreicher wunderschöner Rundkurs fernab der Hauptverkehrswege.

Zufrieden mit 200 Kilometern? Und so kam es …

Schock bei der jährlichen Sport-Visite. Nach dem Ergometer-Test machte mein Herz einen Stolperer (Extrasystole). Das sollte abgeklärt werden. Der Herzultraschall ergab eine Insuffizienz der Mitralklappe. Fraglich, ob ich die Tauglichkeitsbescheinigung überhaupt noch bekommen werde. Bekomme ich für das kommende Jahr, aber gleichzeitig wurde mir doch „sehr ans Herz gelegt“, gewisse Sportarten mit einer hohen Belastung nicht mehr zu machen. Vergleichbar war das unvermutete Ergebnis, wie wenn ein Sportwagen in Sekundenschnelle von 250 auf 50 km/h gebremst wird. Ich fühlte mich, als würde ich mich x-mal überschlagen und mit Totalschaden im Straßengraben liegenbleiben.
Inzwischen sage ich mir, dieses Schicksal ist im Vergleich zu dem anderer unbedeutend, aber warum ICH? Inzwischen habe ich mich mit dem Gedanken zwar nicht angefreundet, aber nehme es hin.  Glück habe ich ja im Moment, dass ich noch Sport machen kann und das noch lange, wenn es in vernünftigem Rahmen bleibt. Geplatzt ist zwar der Traum mich nochmal für den Ironman Hawaii zu qualifizieren oder für X-Terra-WM auf Maui … ABER: wie viele wunderbare Erlebnisse bei traumhaften Events hatte ich in den vergangenen Jahren schon … UND … Radfahren geht ja noch … ich werde halt langsamer unterwegs sein … und Radeln ist meine Zukunftsvision, wenn ich vernünftig bin.  Ich habe jedoch erfahren können, wie schnell Träume wie Seifenblasen zerplatzen können …

Verrückte Corona-Welt

Geht’s noch? 250€ Strafe (nicht ich), weil mit Rad und Skiern unterwegs zum Ausgangspunkt einer Skitour. Begründung? In den Covid-Bestimmungen ist die „attivitá sportiva“ (Einzahl) erlaubt, also Rad ODER Skier … und nicht „attivitá sportive“ (Plural) Rad UND Skier … Wir verrückt ist denn diese (Corona)- Welt???

Ich habe mich also heute daran gehalten und bin mit dem Auto innerhalb der Gemeinde zum Ausgangspunkt des Skiaufstieges gefahren. Ehrlich gesagt war ich heute auch heilfroh, dass mir die Entscheidung abgenommen wurde nach den vergangenen beiden radkilometerintensiven Tagen:

  • Kalterer-See-Runde (125km) strava
  • Brixen-Terlan, Mölten, Hafling und von Meran wieder zurück nachhause (169km/2100Hm). strava

Mondo pazzo: 250€ di multa (non io), perché con bici e sci in strada per una gita scialpinistica. Motivo? Nel regolamento Covid è permessa l’attivitá sportiva (singolare), quindi bici O sci … e non attivitá sportive (plurale) bici E sci … Quanto è pazzo questo mondo Corona????

Così mi sono attenuto oggi e sono andato in automobile al punto di partenza della salita sci. Onestamente, ero contenta che la decisione è stata presa da me dopo gli ultimi due giorni di gran chilometraggio in bici:

  • Giro del Lago di Caldaro (da Bressanone)
  • Bressanone-Terlano-Moltena-Avelengo-Merano e a casa (169km/ 2100m disl.)

NC4K – für den AEB mit dem Rad zum Nordkap

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NC4K, das sind 4000 Kilometer mit dem Rennrad von Rovereto bis ans Nordkap. Sofern Corona will, darf ich diese Strecke dieses Jahr in Echt pedalieren. Die Fahrt möchte ich wieder für einen guten Zweck zurücklegen, habe ich letztes Jahr mit der virtuellen Nordkap-Fahrt doch gut 9000€ sammeln können, die direkt über „Südtirol hilft“, an Familien in Not, gingen.
Was hat aber die NC4K mit dem heutigen Tag zu tun? Frühlingsbeginn? Auch, aber das meine ich nicht, denn heute, am 21. März ist auch ist auch der internationale Welt-Down-Syndrome-Tag, Ehrentag für die Menschen mit Trisomie 21. Und 2021 möchte ich für den AEB, für den Arbeitskreis Eltern Behinderter, Spendengelder sammeln,

Seit Beginn der Covid-19-Krise vor genau einem Jahr wird der Großteil der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen zu Hause rund um die Uhr von den Angehörigen betreut. Eine extreme Belastungsprobe. Sie brauchen dringend Entlastung. 

Mein Plan wurde eigentlich schon vor Corona, nämlich hier, geboren. In gewissem Sinne ist also Jochi schuld …

Wie?
Sobald ich Genaueres weiß, werde ich hier aktuelle Informationen posten.

Nur soviel in Kürze: Wer mag, kann 1 Cent/ km spenden, wären insgesamt 40 Euro, der direkt an das Konto des AEB geht. Die Spender bekommen natürlich einen Spendenbeleg.
Mehr ist natürlich immer möglich … wie wäre es mit 2C/km usw.?

Lockdown- Sport am Wochenende

Viel darf frau im Moment nicht … aber zumindest darf sie von der Haustüre weg innerhalb der Provinz (fast) überall hin. Voraussetzung: zu Fuß oder mit dem Rad.

Also am Wochenende Carbon-Ross gesattelt und los geht’s …

Freitag:
„Feierabend“, was nun? Explorer*in (???)-Tour Gitschberg?
Mit MTB (= nix E-bike) losgezogen, Skier auf Rucksack geschnallt … Ich darf – soviel habe ich verstanden die Gemeindegrenzen überschreiten zu Fuß oder mit dem Rad. Da es in Brixen anscheinend einige Fälle der Südafrikanischen Corona-Variante gibt, tue ich heute gut dran, den momentanen Freiraum zu nutzen. Durch die Gemeinde Vahrn ungeschoren durch. Habe mich auf Schleichwegen durch den Schabser Wald Richtung Mühlbach bewegt.
Auf einmal sehe ich sie … Sie? Zwei Carabinieri-Beamte, bewaffnet (!!!!) hinter ihrem Auto … genau an der Gemeindegrenze Schabs-Mühlbach. Was machen die denn? Durchfahrende kontrollieren … Au weia … und jetzt? Gabi wird nun wohl zurückgeschickt werden, mit oder ohne Strafe? Das ist hier die Frage. Ich halte an. Etwas umständlich … denn die Skier verhaken sich am Hinterrad und katapultieren mich vor …

Die beiden Ordnungshüter schauen mich fragend an … Kleinlaut stottere ich: „Posso passare?“ Kann ich durch? Weiter fragende Blicke. Hmmhmmm, was jetzt? Einer der beiden dreht sich nach links, macht einen Schritt neben den Streifenwagen und guckt … Wendet sich mir wieder zu: „Si!“ Verdattert drücke ich mich hochbeladen zwischen Auto und Mauer vorbei – und versuche mit Stöcken, Skiern und Skischuhen hinten drauf möglichst elegant wieder auf mein MTB zu klettern. Kopfschüttelnd ziehe ich flott von dannen, bevor die beiden Carabinieri es sich womöglich noch anders überlegen. Dann die Erleuchtung: Meine Frage, ab ich durch darf (ich dachte dabei an die rechtliche Seite) hatten die beiden wohl eher logistisch verstanden, das heißt, ob ich mich wohl durch die Lücke Mauer/ Auto quetschen kann – meine Länge und Breite näherten sich so ziemlich aneinander an … mit den auskragenden Skischuhen an den Seiten.
Geschafft, nun liegt noch der Anstieg nach Meransen vor mir. Mit dem schweren Gewicht auf den Schultern, naja, werde es wohl überleben. Aber es geht nicht grad leicht, vielleicht hätte ich was frühstücken sollen und die Mittagszeit ist auch schon vorbei … Und vielleicht ist ein solches Unternehmen mit Intervallfasten auch nicht unbedingt kompatibel. Das Brötchen auf dem Gipfel war auf jeden Fall das beste seit langer Zeit …
Und die Abfahrt auf gewalzter menschenleerer Piste – ein Vergnügen!!!
Am Ende des Tages: 52 km/ 2250 Hm

Samstag:
Kalterer See Runde, wieder mal – mit meinem Göttergatten. Im Bozner Unterland tummeln sich geschätzte Millionen Radfaher*innen. Viele mutig schon in Kurz-Kurz. Brrrrrr! Ich im Zwiebelschalen-Look bin noch eher winterlich gekleidet. Die ersten Blümchen lugen schon aus dem Boden, der See liegt ruhig da – traumhaft schön.
Am Ende der Tour haben wir 125km auf dem Tacho.


Sonntag:
Und weil es am Freitag (Gitschberg) so schön war, unternehme ich dieselbe Tour nochmal (diesmal mit meinem Göttergatten). Und diesmal nach ausgiebigem Frühstück und ohne Zwischenfälle an den Gemeindegrenzen. Diesmal tummeln sich einige mehr Leute am Gitschberg, aber alles Einheimische aus der nächsten Umgebung. Denn so Verrückte finden sich nur selten – nicht wenigen blieb der Mund offen stehen, als wir hochbepackt vorbei radelten …

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Eine lange Reise: 4000 km längs durch Europa

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben.
Start 2021 – hoffentlich geht es nun wirklich los!
Mit 1 Cent/ km kann jeder helfen den AEB zu unterstützen … siehe unten!

2020 wegen Covid-19 gestrichen, habe ich die Strecke für einen guten Zweck auf dem Ergobike abgestrampelt. Der Erlös, 9000€, kam Südtiroler Familien über SÜDTIROL HILFT zugute. Danke nocheinmal an alle Spender!

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Radeln mit dem megafitten Jochi

2021 – ich hoffe sehr, dass das Virus die echte Fahrt zulässt – möchte ich wieder einem Zweck widmen. Gedacht habe ich diesmal Cent/km für den AEB, dem Arbeitskreis Eltern Behinderter, zu sammeln. Das war vor zwei Jahren eigentlich meine ursprüngliche Idee gewesen beim Radeln mit Jochi.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es wieder Unterstützer für die gute Sache gibt. Nähere Informationen im Frühjahr 2021.

Ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr
wünscht Gabi

Carpe Diem: Toscana on Bike

Carpe Diem im Herzen der Toskana

„Moansch schun? Mogsch a wian …“ Gefühlt ganz Südtirol hat sich in den ersten Novembertagen hierher gerettet, HIER das heißt nach Bagno Vignoni im Herzen der Toskana und GERETTET, weil auf der Flucht vor der drohenden Covid-Verbots-Welle. Auch wir sind hier, um noch ein paar letzte freie Rad- oder Wandertage in den wunderschönen Hügeln zu verbringen, der toskanischen Küche zu frönen mit einem guten „Glasl“  – Carpe diem eben …, wer weiß, was die nächste Zukunft uns bringt in diesem seltsamen Jahr 2020.

Das sind unsere Touren:

1 Brunello Gravel (Castiglione d’Orcia – Castelnuovo dell’Abate – Abbazia Sant‘ Antimo – Sant‘ Angelo in Colle – Montalcino-Torrenieri – San Quirico d‘Orcia      (72 km/ 1900 Hm)

2 Lago di Chiusi & Lago di Trasimeno  (109 km/ 1600 Hm)

3 Gravelliamo: Pienza – Monticchiello – Castiglione d’Orcia (68 km/ 1300 Hm)

4 Umrundung des Monte Amiata   (Campiglia d’Orcia, Abbadia San Salvatore, Piancastagnaio, Seggiano) (80 km/ 1700 Hm)

5 Städte-Runde San Quirico d’Orcia – Pienza – Petroio – Montepulciano – Monticchiello (62 km/ 1350 Hm)

Erst einige Wochen ist es her, dass wir genau hier vorbei geradelt sind beim Tuscany-Trail und beschlossen haben bald wiederzukommen zum Genuss-Radeln.
Wir „retten“ uns ins Adler SPA RESORT Thermae, auch im Nachbarhotel Hotel Posta Marcucci logierten mehrere Bekannte.

Welch ein Genuss bei Morgengrauen meine Freibad-Bahnen zu ziehen, vor einem superleckeren Frühstück. Fast schon schäme ich mich dort, die ich unzählige Weck-Gläschen mit Obst, Müsli, Ricotta, Marmeladen, Honig, hausgemachtem Brot vor mir auftürme, ja, ein weichgekochtes Ei muss es auch noch sein und wie wäre es noch mit einem Crêpe? Und mit frisch gepresstem Gemüsesaft und einer Orangen-Spremuta? Und nochmal Obst und … beim x-ten Mal voll beladen zurück vom Buffett schlage ich verschämt die Augen nieder, glaube aber die Blicke derer zu spüren, die sich mit einem Cappuccino und eine Brioche zufriedengeben. Energie tanken, rechtfertige ich mich, ist das Um und Auf, um für das Auskundschaften der näheren und ferneren (und sehr fernen) Umgebung auf unseren Karbon-Gravel-Flitzern gerüstet zu sein.
Eigentlich hätte man auch gut mal einen Tag in den Thermen bleiben können, es wäre einem nicht langweilig geworden, verschiedenste Fitness-Veranstaltungen, von TRX über Athletik, Yoga, Stretching, … für jeden ist was dabei. Verlockend auch die E-Bikes, die zum Verleih warteten … Hermann „verbot“ mir eine Probefahrt, da ich dann mit meinen Drahteseln wohl nicht mehr zufrieden sei.
Zurück vom ausgiebigen Radeln locken die wunderschöne Saunalandschaft und nochmal der Außenpool. Wer weiß, wann das zuhause wieder möglich sein wird. Ich verschiebe deshalb auch wirklich gar nichts auf den nächsten Tag. Zum Tagesausklang lassen wir uns mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen. Zu schnell verfliegen die Toskana-Tage und mit weinendem Auge sehen wir dem Abschied von diesem traumhaften Ort entgegen.  

Und weil es so schön ist, beschließen wir zu verlängern, was mir allerdings eine halbe schlaflose Nacht beschert, nicht ganz einen Tausender soll der Tages-Spaß zu zweit nämlich kosten. Wie das? Ist da etwa die Konsumation in Bar und Spa der gesamten Woche schon mit drin? Leider nein, informiert uns die Dame an der Rezeption am nächsten Tag, aber verrechnet habe sich die Kollegin schon … Oh, oh, wären wir die gerade anreisenden „dicke“ Prosche- und Lamborghini-Fahrer, wäre uns das vielleicht nicht mal aufgefallen …
Ich will mich noch nicht trennen von dem wunderbaren Ort, dann ist die Abreise aber doch da … in den Augen des Zimmermädchens mache ich mich wahrscheinlich zur Zechprellerin. Ich wünschte nämlich die Flasche „Acqua della Toscana“ als Erfrischung für unterwegs, bei der Schlüsselkartenabgabe meint die Dame , diese koste aber was. Fast schon wollte ich eine spitze Bemerkung machen, die Dame war nämlich die geschäftstüchtige von einst, aber auf Italienisch gelingt mit Ironie oder Sarkasmus leider nicht so gut.  Der Geldbeutel ist schon in der Garage und mir der Hin- und Rückweg zu umständlich und so steht die Flasche wohl heute noch auf dem Rezeptions-Tresen …

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