zuerst mein Video Tag 3 – 6 (CP1 – Fähre Ystad): ←
Mi, 22.07. – immer noch Tag 3, Parcours 1(b)
Im Nachhinein werde ich lesen, dass es über 60 Teilnehmer*innen nicht gelungen ist, den CP1 nach gut 700 Kilometern pünktlich zu erreichen. Wie frustrierend muss das sein: monatelang trainieren und dann nach 700 Kilometern schon raus sein aus der Wertung. Nur auf meinen Lorbeeren darf ich mich deshalb nicht ausruhen. Also gleich weiter. Vor mir liegen noch über 50 Kilometer mit fast 1.700 Höhenmetern – und fast alles auf Schotter. Über diesen Teil des Events hatte ich mir im Vorfeld am meisten den Kopf zerbrochen. Wie schnell würde ich hier vorankommen? Ich kann es überhaupt nicht einschätzen. Werden es vielleicht sieben Stunden oder gar mehr als zehn? Eigentlich hätte ich jetzt gerne einmal eine Nacht „gemütlich“ in einem Hotelbett verbracht. Vorzugsweise in Geilo, etwa 50 Kilometer nach Ende des Parcours. Damit liegen also noch über 100 Kilometer vor mir.
Zunächst geht es acht Kilometer auf Asphalt bergauf. Gleich zu Anfang habe ich fast einen Crash: Eine Frau mit E-Bike und ohne Helm schießt auf meiner Seite auf mich zu. Sie bremst nicht. Irgendwie schaffen wir es, aneinander vorbeizukommen, ohne Frontalzusammenstoß. Das war wohl jemand vom Kreuzfahrtschiff, die zum ersten Mal auf einem Fahrrad saß. Ich bin jedenfalls gewarnt.

Pausenlos kommen mir Radfahrer*innen entgegen, teils in rasanter Abfahrt. Da muss doch irgendwo ein „Nest“ sein … Für mich bedeutet das, mich auf dem schmalen Weg ganz rechts zu halten. Vermutlich rechnen viele nicht damit, dass hier tatsächlich jemand mit dem Fahrrad hinauf will. Kinder machen mit ihren Rädern Quatsch, Leute schauen während der Fahrt aufs Smartphone, andere fahren nebeneinander. Die Landschaft ist allerdings wunderbar: Ein grünes, bewaldetes Tal zieht sich immer weiter nach oben. Und irgendwo höre ich immer wieder eine Bahn. Ob die etwas mit den Mengen an Radfahrern zu tun hat?

Gut, der Rallarvegen ist schließlich der berühmteste Radweg Norwegens. Der Schotterweg wurde Anfang des 20. Jahrhunderts beim Bau der Bergenbahn für Pferdetransporte angelegt und führt heute als spektakulärer Radweg durch die karge Hochgebirgslandschaft zwischen Haugastøl und Flåm. Auf rund 80 Kilometern geht es über Schotter, vorbei an Schneefeldern, Wasserfällen und steilen Berghängen, mit dem höchsten Punkt bei etwa 1.340 Metern.

Die mir entgegenkommenden Radler haben allerdings kein Gepäck und viele fahren sogar das gleiche Rad. Weiter oben enthüllt sich das Geheimnis: Hunderte Fahrräder lehnen in langen Reihen bei einer Berghütte. Die Leute lassen sich mit der historischen Flåmsbana nach oben karren und fahren anschließend mit dem Rad wieder hinunter. Aha! Ab hier muss ich also nicht mehr fürchten, überrollt zu werden. Nur noch wenige Radfahrer kommen mir entgegen – und die sind, bepackt wie ich, vermutlich tatsächlich auf dem historischen Rallarvegen unterwegs.

Nun stehe ich vor den 21 Haarnadelkurven, die ich schon aus der Planung kenne. Auf wenigen Kilometern werden 300 Höhenmeter überwunden, teilweise mit 18 bis 20 Prozent Steigung. Mein Plan, hier hochzukurbeln, ist schnell Geschichte. Ich schiebe. Wie einige andere hinter mir auch. Und während ich schiebe, ärgere ich mich darüber, dass meine Garmin mal wieder behauptet, hier herrsche 0 Prozent Steigung. So langsam bin ich offenbar, dass das Gerät glaubt, ich stehe still.

Oben öffnet sich ein breites Tal. Nachdem ich die Bergstation der Zipline passiert habe, bei der sich die Wagemutigen in Dreierpäckchen in die Tiefe werfen, wird es ruhiger. Mein Weg geht allerdings weiterhin stetig bergauf. Vorbei an wunderbar blau schimmernden Seen und reißenden Wildbächen komme ich vom Schauen und Fotografieren kaum weg. Bilder während der Fahrt zu schießen wäre allerdings ziemlich leichtsinnig. Der Weg verläuft auf dem historischen, schmalen Zubringer und ist teilweise so schmal, dass gerade zwei Fahrräder aneinander vorbeikommen. Außerdem hängt die Fahrbahn meist von der Mitte zur Seite ab. Höchste Vorsicht ist geboten, denn manchmal verläuft der Weg sogar auf einer Mauer. Absturzgefahr!

Die Steigung ist meist moderat, mit immer wieder kleinen Aufschwüngen. Irgendwann glaube ich endlich, oben zu sein. Aber natürlich folgt noch eine Steilstufe auf die nächste. Schneeflecken zeigen, dass der Winter hier oben noch nicht lange vorbei ist. Auf einem Mäuerchen mache ich Pause und esse Mozzarella mit Tomate. Einige Fahrer überholen mich. Mist, schon wieder ein paar Plätze verloren! Spaß beiseite – das zählt hier überhaupt nicht. Eine spätere Recherche auf der Live-Tracking-Plattform, über die wir alle mit unseren Trackern verfolgt werden können, wird mir zeigen, dass die meisten Fahrer*innen, die zu diesem Zeitpunkt irgendwo um mich herum unterwegs waren, es gar nicht bis ins Ziel geschafft haben.
Nach vielen Malen Aufatmen, weil ich glaube, endlich den höchsten Punkt erreicht zu haben, kommt dieser Punkt nun tatsächlich. Nach über 1.600 Höhenmetern auf mehr oder weniger anspruchsvollem Untergrund und mit 22 Kilo Gepäck inklusive Fahrrad stehe ich auf über 1.300 Metern Höhe. Schnee und Eis ringsum – ich fühle mich fast wie bei uns im Hochgebirge.
Die Abfahrt nach Finse, auf die ich mich schon gefreut habe, verlangt allerdings höllische Konzentration. Der Weg ist größtenteils in ziemlich schlechtem Zustand: ausgeschwemmte Bodenwellen, Löcher und allerlei andere Überraschungen. Man muss jederzeit in der Lage sein, eine Vollbremsung hinzulegen, wenn man nicht mit Fahrrad und Gepäck eine ungeplante Abkürzung ins Gelände nehmen möchte.
Weiter unten sehe ich einen Fahrer einige Meter unterhalb des Weges sitzen. Nanu? Warum hat er denn sein Fahrrad mit hinuntergenommen? Ich halte an und frage, ob alles in Ordnung ist. Nein, ist es nicht. Er ist über die Mauer gestürzt. Für David ist hier nach 740 Kilometern das Rennen zu Ende – wie ich später erfahre, mit einer gebrochenen Hüfte. Ich frage, ob ich helfen kann. Es ist aber bereits jemand dabei, Hilfe zu holen, hinter der nächsten Biegung, wo Handyempfang ist. Also fahre ich weiter. Kurz darauf kommt eine Frau mit einem Quad. Die Hilfe ist schnell da, sie weiß allerdings nichts von dem Unfall. Wie David ins Krankenhaus gekommen ist, weiß ich nicht. Der Vorfall erinnert mich mit einem Schaudern an unser Drama im vergangenen Jahr beim Silkroad Mountain Race.
Bald erreiche ich Finse. Zu essen bekomme ich dort nichts mehr, die Küche ist bereits geschlossen. Also müssen meine Kekse herhalten. Dann rolle ich weiter. Und wider Erwarten kann ich sogar richtig flott rollen: 25 Kilometer geht es auf gutem Schotterweg bergab.
Einschub: In den letzten Tagen habe ich immer wieder am Wegesrand Verpackungen von Riegeln und Gels, Kabelbinder und alles Mögliche gesehen. Wer macht denn so etwas absichtlich? Wir Radfahrer*innen – um Gewicht zu sparen. Ich mache das natürlich gewiss nicht. Obwohl … Gestern habe ich ja auch etwas weggeworfen und nicht mehr aufgehoben. Meine GoPro. Ich könnte immer noch heulen um die vielen verlorenen Bilder. Nun gut – so wird das erste Video wenigstens nicht ganz so lang.
Wieder auf einer richtigen Straße, in Haugastøl, dem kleinen Bergort am Rand der Hardangervidda, treffe ich Zuska. Sie ist völlig aufgelöst. Sie weiß nicht, was sie tun soll: Pass, Geldbeutel und Tracker – alles ist weg. Erst als sie von vorne beginnt zu erzählen, verstehe ich, was passiert ist. Sie hat ihren Trinkrucksack irgendwo bei Finse liegen lassen. Die Arme. Ich kann ihr leider auch nicht helfen. Auf Followmychallenge kann ich immerhin sehen, dass Zuska noch vor Finse sein müsste. Und tatsächlich: Dort liegt ihr Rucksack!
Sie kann sich aus dieser misslichen Lage retten. Zwar verpasst sie den nächsten Checkpoint knapp und kommt etwas zu spät, aber sie lässt sich davon nicht unterkriegen. General Classification hin oder her – sie fährt weiter und erreicht das Ziel. Es ist ihr erstes Ultra-Rennen und dann gleich eines der anspruchsvollsten. Krass.
Ich versuche in Geilo ein Hotel zu buchen. Fehlanzeige. Alles ausgebucht. Na gut, es gäbe noch etwas für ein paar Tausend Euro. Das ist mir dann doch ein bisschen zu teuer. Und nun? Hier oben ist es zu kalt zum Zelten. Also frage ich im Hotel Haugastøl, ob es vielleicht noch ein Bett für mich gibt. Und wider Erwarten: Es gibt eines!
Eine Pizza bekomme ich auch noch, dazu Pulverkakao fürs Frühstück. Und zwei kleine Zimtschnecken werden mir sogar geschenkt. Luxus! Und ein Detail am Rande: Hier bin ich schon zweimal mit dem Fahrrad vorbeigekommen – bei meinen Norseman-Triathlons. Der kleine Ort ist nicht weit vom Startort Eidfjord entfernt.
Ich lade noch alle meine Geräte auf. Auch der Tracker muss ans Ladegerät. Am nächsten Morgen scheint er allerdings kaum weiter aufgeladen zu sein. Stress. Ist etwas mit den Kabeln? Wo bekomme ich jetzt bloß ein neues her?
Vor dem Einschlafen rechne ich noch aus, wie viel früher ich am nächsten Morgen starten muss, um planmäßig pünktlich in Geilo zu sein – meinem eigentlich geplanten Startort für diesen Tag. Ergebnis: zwei Stunden früher aus den Federn. Strafe muss sein.

Do, 23.07. – Tag 4
Also bin ich um halb vier wieder auf Tour. Die Bettwärme in mir hält allerdings nicht lange, dann muss ich schon wieder stehen bleiben. Ein Blick auf mein Garmin verrät, warum ich friere: gerade einmal 4 °C. Handschuhe – alle drei Paar übereinander –, Windjacke, Kapuze über den Kopf und schlotternd weiter. Die Landschaft unterstreicht mit aufsteigenden Nebeln die Kälte. Nach Geilo geht es glücklicherweise bergauf. Selten habe ich mich auf ein paar Höhenmeter Aufstieg so gefreut.
Erleichtert sehe ich auf der Tracking-Plattform, dass mein Tracker doch geladen hat. Vielleicht war er am Morgen einfach noch im Schlafmodus und hatte deshalb noch keinen Kontakt zu den Satelliten.

Was mich nun beschäftigt: Wo bekomme ich das nächste Mal etwas zu essen? Die nächsten fast 300 Kilometer bis zur Fähre in Horten, südlich von Oslo, führen mich durch eine einsame Wald- und Seengegend.
Die meisten fahren weiter westlich auf einer Hauptstraße, wie ich zwischendurch auf Followmychallenge sehe. Und erleichtert stelle ich dabei auch fest, dass Zuska offenbar ihren Rucksack wiederhat, denn ihr Standort ist Haugastøl. Auf diese Hauptstraße komme auch ich ein paarmal. Schrecklich, dieser Verkehr! Umso froher bin ich, wenn ich wieder auf einer Nebenstraße bin – auch wenn ich dafür ein paar zusätzliche Höhenmeter in Kauf nehmen muss.

Es geht hügelig weiter. Das macht Spaß und tut den Beinen gut. Wo es raufgeht, kommt schließlich auch wieder eine flotte Abfahrt.
Und dann komme ich in einem kleinen Dorf an einem Joker-Supermarkt vorbei. Diesen hatte ich in meiner Planung als 24-Stunden-Shop eingetragen. Und sonst weit und breit nichts. Und da ist er wirklich! Ich juble. Allerdings ist er unbemannt. Das heißt: Ich muss irgendwie hinein. Behilflich ist mir eine nette Frau, die mir aufmacht und dann wieder wegfährt. Hoffentlich schaffe ich es, zu bezahlen und den Laden auch wieder zu verlassen. Das war Karin in der ersten Nacht schließlich nicht gelungen.

Erst einmal sehe ich mich um und kaufe den halben Laden leer. Alles funktioniert und vor dem Geschäft gibt es in der Sonne sogar einen netten Picknickplatz für mich. Aber ich muss gestehen: Hier bin ich zur Zechprellerin geworden. Ich hatte mir ein Stück Zimtschnecke in den Einkaufskorb gelegt. Diese hat natürlich keinen Strichcode zum Einscannen und ich finde – die Self-Service-Kasse ist auf Norwegisch – einfach nicht heraus, wie ich das Teil hinzufügen kann. Ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich schon. Aber zurücklegen kann ich das Ding nun auch nicht mehr … Was man einmal angefasst hat, muss man wohl essen. Und außerdem brauche ich die Kalorien.
Weiter geht es. Ich bin meinem Zeitplan inzwischen etwas hinterher.
Dann wieder Wald, Wald und noch einmal Wald. So, wie man sich Norwegen vorstellt.
Irgendwann geht es von der Hochfläche hinunter. Es wird warm. Irgendwann sehr warm. Ich werde müde und gähne. Obwohl ich in der Nacht ausnahmsweise sechs Stunden geschlafen habe, brauche ich einen Powernap. Ich gönne mir 20 Minuten. Und natürlich ist es verhext: Schon kurz danach wieder eine Pause. Aber es ist einfach zu verlockend, in der Tankstelle in Lampeland einen Kaffee zu trinken und ein Eis zu essen. Mich wundert immer wieder, wie schnell bei solchen Pausen die Zeit liegen bleibt.
Ich habe nun 150 Kilometer geschafft und muss noch weitere 110 Kilometer bis zur Fähre fahren. Auch die Naturgewalten haben beschlossen, sich einzumischen: Ein lustiger Gegenwind bläst mir immer wieder entgegen. Ich rechne damit, gegen 21 Uhr in Horten am Hafen zu sein, nach Moss überzusetzen und mir irgendwo einen Platz für mein Zelt zu suchen.

In Kongsberg geht es noch einmal kurz und steil bergauf. Hier treffe ich wieder auf ein paar Kollegen von der TCR, ansonsten war es heute ziemlich einsam. Wieder Wälder und Seen. Und immer noch 80 Kilometer … Das zieht sich heute aber!
Irgendwann habe ich das Meer erreicht und es ist nicht mehr weit bis zur Fähre. Ein Supermarkt an der Strecke kommt da gerade recht. Ich hamstere! Und schaffe es fast nicht, die ganzen leckeren Sachen in meinen Taschen unterzubringen. Aber ich muss auch an den nächsten Tag denken: Bis weit hinter die Grenzbrücke nach Schweden steht auf meinem Plan nichts, wo ich sicher etwas zu essen bekomme. Bei Frederikstad und Begby werde ich vermutlich noch zu früh sein. Ich hoffe auf das McDonald’s gleich hinter der schwedischen Grenze.
Auf dem Hafengelände drehe ich dann noch eine Ehrenrunde, weil ich den Auto-Schildern folge. Als ich meinen Irrtum bemerke, kann ich im letzten Moment noch in die schon abfahrbereite Fähre rollen. Aber Hilfe! Ich habe ja noch gar kein Ticket! Oh, Stress, lass nach! Dann erfahre ich: Radfahrer und Fußgänger fahren frei. Na bitte.

Auf der Fähre stärke ich mich mit meinem mitgebrachten Abendessen. Mund abwischen – und schon sind wir da.
Nach dem Herunterrollen entdecke ich einen dunkelhäutigen Mann, der einen Garten bewässert. Ich bitte ihn, mein vom Rallarvegen ziemlich verstaubtes Fahrrad abzuspritzen. Macht er gerne. Das ist allerdings das allerletzte Mal, dass ich mir Gedanken um ein schmutziges Fahrrad mache.
Ich muss weiter. Um mich herum sehe ich einige Fahrer. Doch nach kurzer Zeit führt mich mein Weg – wie so oft – rechts in den Wald hinein. Die Masse bewegt sich entlang einer Art Ideallinie, Gabi ist irgendwo weit abseits. Erst nach der Tour werde ich sehen, dass ich damit doch einen kleinen Umweg gemacht habe. Aber dafür ist es ruhig. Und ich habe ein Erlebnis, das die anderen auf der Hauptstraße nicht haben:
Vorbei an Kornfeldern, die schon in der Dämmerung liegen, entdecke ich mittendrin einen dunklen Fleck. Nanu, was ist das denn? Das wird doch wohl nicht … Vor Aufregung gelingt es mir kaum, meine Handykamera in Gang zu bekommen. Eine Elchkuh! Sie äugt argwöhnisch zu mir herüber. Ich traue mich nicht anzuhalten und das Video wird etwas wackelig.
Es wird immer dunkler. Man kann inzwischen deutlich einen Unterschied zu den Nächten feststellen, die nun schon über 1.000 Kilometer weiter nördlich hinter mir liegen. Ich telefoniere mit Hermann. Wie schön, wieder einmal eine vertraute Stimme zu hören – und überhaupt eine Stimme.
Dann, irgendwann, nach einem „Berg“ von sage und schreibe 50 Höhenmetern, habe ich wirklich keine Lust mehr, Rad zu fahren. Ist wohl ganz normal nach heute an die 320 Kilometern.
Vor mir liegt eine verlockend glatte Rasenfläche, kein Haus weit und breit. Ein Schild erklärt mir, dass ich nun das Green des Huseby and Hankø Golf Club betrete. Und genau das mache ich. Ich schleiche mich am Waldrand entlang des gepflegten Rasens, Licht aus, damit mich niemand sieht.

Rasch das Zelt aufgestellt, schnell Zähne putzen und etwas Körperpflege. Sachen ordentlich verstauen, damit ich beim Packen schnell bin. Ins Zelt kriechen, noch einmal kurz die Planung für den nächsten Tag checken, Wecker auf vier Stunden stellen – und ich versinke wie ein Stein in tiefem Schlaf.
Fr, 24.07. – Tag 5
Das Packen dauert immer noch zu lange. Nebenbei beiße ich in irgendetwas Essbares und spüle mit Dosen-Cappuccino nach. Eine Dreiviertelstunde später ist endlich alles ordentlich verstaut und ich bin abfahrbereit. Die letzte Handlung ist immer noch dieselbe: dreimal kontrollieren, ob nicht irgendwo ein Riemen herunterhängt und Gefahr läuft, in die Speichen zu geraten.

Unterwegs merke ich, dass ich viel zu viel Wasser mit mir herumschleppe, und gieße eine Flasche aus. Später werde ich feststellen, dass das keine besonders gute Idee war, denn Nachschub gibt es eine ganze Weile nicht. Auch meinen Müll trage ich brav mit. Meist an unzähligen Mülleimern vorbei, bis mir irgendwann einfällt, etwas loszuwerden. Nennt man das „Müll-Tourismus“? Ich unterhalte mich inzwischen mit solchen Gedanken. Und mit Rechnen. Ich rechne den lieben langen Tag. Für eine einfache Addition brauche ich mitunter zwei Stunden oder so. Meinem Zeitplan hinke ich ein wenig hinterher, aber noch nicht viel.
Schön ist es, durch den anbrechenden Morgen zu fahren. Ob ich vielleicht noch einmal einen Elch sehe, hier in dieser Einöde? Und warum fährt hier eigentlich niemand von den anderen? Die ausgiebige Extraschleife werde ich erst später auf der Karte entdecken.

Durch das noch tief schlafende Fredrikstad geht es, dann über die „Brua“, die Brücke über die Glomma. Wieder Wiesen, Wälder und Felder. Ich nähere mich der Meerenge zwischen Norwegen und Schweden, die den Skagerrak mit dem Iddefjord verbindet. Im Anstieg zur historischen, 1946 eröffneten Brücke, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, funktioniert plötzlich meine Schaltung nicht mehr. Der erste Schreck weicht schnell der Erkenntnis: Die Batterie meiner SRAM ist leer. Glücklicherweise habe ich eine Ersatzbatterie und das Ladegerät dabei. Der Austausch ist schnell erledigt und die leere Batterie kommt gleich ans Ladegerät. Für die nächsten 1.000 Kilometer bin ich hoffentlich gewappnet.

100 Höhenmeter sind geschafft. Die Beine sind doch etwas müde. Immerhin bin ich nun schon den sechsten Tag unterwegs. Was mich allerdings langsam beschäftigt: Bis jetzt habe ich noch nichts gewaschen. Und so langsam beginnt alles etwas klebrig zu werden. Ich hätte vorher gar nicht gewusst, wie ich das mit der Wäsche organisieren soll. Es war ja immer kalt. Selbst im Hotel wären meine Sachen in den vier Stunden Pause kaum getrocknet. Ich hoffe, dass es ab jetzt endlich wärmer wird. Waschen, hinten am Fahrrad zum Trocknen aufhängen … aber wo waschen? Die nächste Nacht wird wieder irgendwo draußen sein, die übernächste auf der Fähre … Hoffentlich!
Auf der Brücke gibt es den obligatorischen Fotostopp: Blick über den Fjord auf die neue vierspurige Spannbetonbrücke, die sogar mit dem norwegischen Architekturpreis ausgezeichnet wurde.
Von hier rolle ich hinunter zum großen Einkaufszentrum. Es ist ein beliebtes Ziel für norwegische Einkaufstouristen. Nur scheinen die Norweger deutlich später aufzustehen als ich. Ich hatte mich schon auf ein Frühstück und eine ausgiebige Shoppingtour gefreut – zumindest was Lebensmittel betrifft – und gehe komplett leer aus. Sogar McDonald’s hat noch geschlossen. Also sitze ich einsam vor dem Fast-Food-Tempel und frühstücke meine letzten Reste: ein paar Cocktailtomaten, ein etwas zerknautschtes Vollkornbrot, eine Packung Cheddar-Scheibenkäse und einen halben Liter Kirsebær Yoghurt – also Kirschjoghurt. Die Dose Cappuccino hatte ich ja schon beim ersten Frühstück getrunken.
Gestärkt geht es weiter. Besonders motiviert bin ich allerdings nicht. Ich rechne wieder einmal. Knapp 300 Kilometer liegen noch vor mir bis zum Ende meiner geplanten heutigen Etappe, 45 habe ich heute schon in den Beinen. Laut Adam Riese also knapp 350 Kilometer an diesem Tag. Und morgen noch einmal 250 bis zur Fähre. Ist das überhaupt machbar? Diese riesigen Zahlen liegen mir etwas schwer auf dem Gemüt. Die Fähre fährt kurz vor Mitternacht ab, zwei Stunden vorher müsste ich in Ystad sein. Ein Ticket habe ich noch keines, denn ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt pünktlich hinkomme. Glücklicherweise geht es fast eben dahin. Nur – Achtung, Ironie – 2.700 Höhenmeter heute und etwa 1.300 am nächsten Tag.
Hatte ich mich auf Schweden gefreut, bekomme ich auch hier erst einmal einen Dämpfer. Meine Straße verläuft parallel zur Autobahn, und dort ist ordentlich Verkehr. Es geht ziemlich langweilig dahin, etwas aufwärts, etwas abwärts, aber meistens habe ich das Gefühl, bergauf zu fahren. Die Beine sind wirklich nicht mehr ganz frisch. Ein weiterer Demotivationsfaktor: Hermann hat mir gerade erzählt, dass auf der Strecke, die ich von Moss zur Svinesund-Brücke gefahren bin, sonst offenbar gar niemand fährt. Das war wohl wirklich ein Umweg. Was soll’s – was war, war. Jetzt bringt es nichts mehr, darüber nachzudenken. Dafür war es autofrei. Ein bisschen hadere ich trotzdem mit meiner Planung. Wenn sich diese „Umwege“ häufen, werde ich wohl nicht in Kalamata ankommen. Mit einer direkteren Streckenplanung könnte ich schließlich auch länger schlafen … Ich zweifle gerade an allem: an der schlechten Straße, am Gegenwind, an der ungepflegten Landschaft und den Häusern.

50 Kilometer später: Kaffeepause in Tanumshede. Zimtschnecke – obligatorisch in Schweden –, noch ein anderes Teilchen, ein Brot zum Mitnehmen und ein sehr guter Milchkaffee.
Meine Lebensgeister sind wieder erwacht. Die Motivation steigt. Fragt sich nur, wie lange. Ein Mitfahrer, Matthew, sitzt mit mir am Tisch. Er muss leider aussteigen: Probleme mit der Achillessehne, Fuß kaum noch belastbar. „Der Kopf ist noch gut“, meint er, „aber der Körper will nicht mehr.“ Nach gut 1.300 Kilometern. Wie man überhaupt so bekloppt sein kann, ausgerechnet so ein Rennen als erstes Ultra zu fahren … Und ich? Außer kohlrabenschwarzen Gedanken fehlt mir ja nichts.

Unterwegs verfalle ich immer wieder in Kalkulationen. Wenn ich es nicht schaffe, morgen bis Mitternacht auf die Fähre zu kommen, müsste ich die nächste am darauffolgenden Tag nehmen. Das würde meinen gesamten Zeitplan über den Haufen werfen. Und der ist ohnehin knapp berechnet.
Die Windräder drehen sich schnell. Der Himmel ist ziemlich düster und bauschige Wolken hängen tief. Regen würde mir jetzt gerade noch fehlen.
Wieder fahre ich neben der Autobahn. Eigentlich ist die Luft gar nicht so schlecht hier. Es fahren allerdings auch fast alle mit E-Autos.
Nicht gut aufgepasst: Ein kleiner Verhauer bringt mich über einen Feldweg wieder auf die Strecke. Nur keinen Meter zu viel fahren – also umdrehen war nicht drin.

Auf der Karte sieht meine Strecke ziemlich geradlinig aus, tatsächlich ist es heute ein ständiges Hin und Her: mal auf der einen Seite der Autobahn, dann auf der anderen. Durch Dörfer, dann wieder durch Wälder und Felder. Im Nachhinein werde ich mich an kaum etwas Markantes erinnern können. An einen Abschnitt südlich von Uddevalla allerdings schon. Unzählige Oldtimer überholen mich oder kommen mir entgegen. Die Recherche ergibt, dass genau an diesem Wochenende das jährliche Oldtimertreffen „A-Bombers Old Style“ auf einem Campingplatz an meiner Strecke stattfindet. US-Klassiker bis Baujahr 1956 in allen Farben und Breiten werden über meine Straße „Schau-chauffiert“ – zu meinem Leidwesen.

Auch der Wind weiß nicht so recht, was er will. Einmal kommt er von der Seite, dann schiebt er kräftig – aber leider meistens von vorne.
Schweden hat unendlich viele Seen. Mein Weg führt mich von einem zum nächsten. Manche sind von Touristen bevölkert, andere liegen ganz einsam im Wald.
Irgendwann ist vom Tag nicht mehr viel übrig. Rückblickend war dieser Tag von der Motivation her nicht gerade mein Glanzstück. Vermutlich auch dem Stress geschuldet, ständig im Kopf zu haben, ob die vielen Kilometer bis zur Fähre überhaupt machbar sind.
Nun wird es regnerisch, ab und zu tröpfelt es. Ich lasse mich von Hermann und unserer Tochter Katrin telefonisch etwas aufbauen und über die nächsten Hügel „schieben“. Keine hohen Hindernisse, maximal 80 bis 100 Höhenmeter, aber meist ziemlich steil.
Ich weiß noch immer nicht, wo ich schlafen soll. Das Örtchen Älsvered, das Ende meiner geplanten Etappe, liegt eigentlich noch 20 Kilometer vor mir. Aber die Müdigkeit fordert ihren Tribut. Es ist kurz vor 23 Uhr. In einem kleinen Dorf, Torestorp, entdecke ich ein geeignetes Plätzchen in einem kleinen Park zwischen den Häusern, die hier nicht so dicht stehen. Unter einem Baum stelle ich mein Zelt auf. Kaum sind die üblichen Handgriffe erledigt und ich im Zelt verschwunden, beginnt es leicht zu regnen.

Ich döse weg.
SA, 25.07. – Tag 6
Sehr früh, um halb vier, klingelt der Wecker. Fünf Stunden Pause müssen heute reichen – Zeltauf- und -abbau inklusive. Das Zelt wird noch einmal kräftig ausgeschüttelt, muss aber klatschnass zusammengepackt werden. Zusätzliches Gewicht, das ich heute mit mir herumschleppen muss. Die Strecke ist zwar fast eben, aber immerhin.
Die Weiterfahrt ist wunderschön: tiefe Wälder, Lichtungen, Seen. Zehn Kilometer Schotter sind auch dabei. Doch schon 20 Kilometer später erwischt mich die nächste Müdigkeitsattacke. Ein Bushäuschen wird angesteuert. Erst muss ich ein paar Bücherkisten von der Bank räumen – offensichtlich dient das Häuschen gleichzeitig als öffentliche Bibliothek. Dann mache ich es mir gemütlich, stelle den Wecker auf zehn Minuten und … kann natürlich nicht einschlafen. Also fahre ich schon vor Ablauf der zehn Minuten wieder los. Irgendwie komme ich heute nicht richtig in Schwung.
Kurz darauf der nächste Stopp: Klopause und dabei Blaubeeren essen. Ein Telefonat mit Hermann bringt leider auch nicht den gewohnten Motivationsschub. Im Gegenteil. Er informiert mich, dass ich mit meiner durchs Landesinnere gewählten Strecke wohl ziemlich alleine bin. Alle anderen fahren an der Küste entlang. Na bravo! Motivation minus fünf.

Die Strecke führt einsam durch den Wald. Rehe, Hasen, sonst keine anderen Lebewesen so früh am Morgen.
Nach einem unverhofften Frühstück mit zwei riesigen Mehlspeisen und zwei großen Milchkaffees geht es plötzlich richtig gut. Rund 60 Kilometer lang läuft es wie am Schnürchen. Dann wieder eine kleine Krise. Dann gibt es aber Pizza – und danach scheint es wieder etwas besser zu gehen. Offenbar ist mein Körper inzwischen ziemlich leicht zufriedenzustellen.
Noch 100 Kilometer bis Ystad, 150 habe ich heute bereits hinter mir. Meine Gedanken werden um so positiver, als ich merke, dass ich ordentlich vorankomme. Die Fähre ist inzwischen gebucht. Allerdings gibt es keine Kabinen mehr.

Hatte ich mich schon darauf gefreut, acht Stunden in einem richtigen Bett schlafen zu können, habe ich offenbar zu lange gewartet. Das mit dem Waschen wird wohl in Polen passieren müssen. Dafür, dass ich meine Radkleidung seit einer Woche trage, ist es eigentlich gar nicht so schlimm. Das kalte Wetter hat das Schwitzen verhindert. Eine Katzenwäsche täglich mit meinem pinken Funktionstuch hat offenbar gereicht.
Heute gibt es unterwegs noch einen Tankstellenstopp mit Zimtschnecken, Kaffee und Cola. Dabei fällt mir ein, dass ich noch etwas erledigen wollte: Im kräftig blasenden Wind hänge ich mein Zelt zum Trocknen auf. Endlich! So wird wenigstens das zusätzliche Gewicht wieder etwas reduziert.

Viel Spektakuläres gibt es von den Wald- und Feldfahrten nicht zu erzählen. Im Nachhinein kann ich mich an erstaunlich wenig erinnern. Mal Radweg, mal Straße, mal Wald, dann wieder weitläufige Felder und Laubwälder. Die Landschaft zieht an mir vorbei.
Bei Hörby enden schließlich meine kleinen Nebenstraßen und ich muss die nächsten 50 Kilometer auf einer stark befahrenen Straße zurücklegen. Es gibt zwar einen schmalen Seitenstreifen, der durch einen strukturierten weißen Streifen abgegrenzt ist. Beim Überfahren mit dem Fahrrad rüttelt es allerdings unangenehm. Sehr unangenehm.
Hatte ich zuvor noch mit mir gehadert, weil ich mit meiner Streckenführung fernab von allen anderen unterwegs war, bin ich plötzlich ganz zufrieden mit meiner Entscheidung. Einige Teilnehmer erzählen mir, dass sie auf ihrer Fahrt durch Schweden meist genau solche Straßen befahren mussten wie ich jetzt. Schlimm!

Nächster Stopp ist Sjöbo. In einem großen Supermarkt decke ich mich für die Fährüberfahrt ein. Einschub: Bei meinem Zeitplan wäre es eigentlich clever, immer dieselbe Supermarktkette anzusteuern. Dann müsste ich nicht jedes Mal erst herausfinden, wo sich die lebenswichtigen Dinge verstecken.
Das ganze Zeug bekomme ich dann kaum noch in meinen Taschen unter. Ich nehme mir vor, alles später an der Fähre noch einmal umzupacken – wenn ich sicher weiß, dass ich früh genug am Pier bin.
Glaubte ich bis dahin noch, alle Zeit der Welt zu haben, um gemütlich zur Fähre zu rollen, wird mir plötzlich mit Schrecken bewusst, dass noch 25 Kilometer vor mir liegen und die Zeit läuft. Ich treffe auf Kiki und Andreas, die allerdings schon an der nächsten Biegung wieder verschwinden. Ich kann einfach nicht schneller. Zum Glück gibt es jetzt einen Radweg. Ich fahre durch weite Kornfelder und komme wohl zum letzten Mal an den hübschen roten Holzhäusern vorbei, die so typisch für das nordische Landschaftsbild sind.

Dann ist Ystad erreicht. Ich bin erstaunt, wie groß die Hafenstadt ist, und muss mich erst einmal zum Hafen durchfragen. Dort treffe ich wieder auf ziemlich viele meiner Radkollegen, die bereits Schlange stehen. Es wird langsam dunkel. Viel Zeit bleibt mir nicht, um meine Übernachtungssachen herzurichten. Zeltunterlage, Schlafsack und etwas zu essen werden zusammengesucht – und schon dürfen wir auf die Fähre.
So großzügig war meine Zeitplanung heute offenbar doch nicht.

Immerhin bin ich heilfroh, dass ich als eine der Ersten aufs Schiff darf. Meinen Schlafsack habe ich allerdings umsonst mitgeschleppt: Kiki und Andreas ergattern vor mir an der Rezeption noch eine Kabine. Und dann gibt es tatsächlich noch eine. Allerdings nur für zwei Personen und keine Frauenkabine mehr. Spontan entscheide ich mich, sie gemeinsam mit Filip zu nehmen. Schlafplatz gerettet! Seine Frau und mein „Göttergatte“ haben nichts dagegen.
Ich sehe meinen Kabinengenossen auch nicht mehr heute, Filipp geht noch was essen und ich versinke bald in einen tiefen Schlaf, nachdem ich ein ganzes Glas Rollmöpse verdrückt habe mit einer Zimtschnecke und endlich wieder unter eine Dusche kann. Eine lange, wunderbar heiße Dusche.
Am Morgen stürze ich mich auf das reichhaltige Frühstücksbuffet. Ich häufe meinen Teller gleich mehrfach voll – wer weiß, wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt. Früchte, Salat, Joghurt, Käse, Müsli, Brot, alles wild durcheinander, dazu mehrere Cappuccinos. Als sich der Frühstücksraum langsam leert, stelle ich mit Schrecken fest: Wir legen schon bald in Swinemünde an.
Die Sachen ordentlich verstaut und noch schnell etwas Radpflege – und schon spuckt uns das Schiff nach Polen aus.
Von Swinemünde liegen nun etwa 1.000 Kilometer vor mir, mit rund 9.000 Höhenmetern bis zum CP2 in der Slowakei. Davor müssen noch zwei Pflichtparcours bewältigt werden, einer davon mit einem ordentlichen Gravelanteil. Heute ist Sonntag, der Cut-off ist am Donnerstag um 11 Uhr.
Es bleibt spannend.
Werde ich das schaffen?
Zurück zur ←T CR-Übersicht mit allen Etappen
Weiter zur nächsten Etappe: Swinemünde – Parcours 2(a) →