
Die Anmeldung zum Transcontinental Race fühlte sich im ersten Moment nach Vorfreude an – und kurz darauf nach der Erkenntnis, dass ich mir vielleicht zu viel vorgenommen habe. Vernünftig? Hmmmhmm, weiß nicht …
Aber als ich die Eckdaten (Trondheim in Norwegen nach Kalamata in Griechenland) der TCR 2026 gesehen hatte, wusste ich „da will/muss ich hin“ … den Floh hat mir aber ein bisschen auch Hermann ins Ohr gesetzt …
Wieder mal dachte ich mir bei der Bewerbung, dass sie mich eh nicht nehmen würden … Fehlanzeige!

Und das ist es – TCR:
Das Transcontinental Race (TCR) ist eines der anspruchsvollsten Ultra-Distanz-Radrennen der Welt. Die Strecke führt über mehrere tausend Kilometer quer durch Europa – non-stop, unsupported und ohne festgelegte Route zwischen wenigen Pflicht-Checkpoints und einigen Pflicht-Strecken.
Unterstützung von außen ist nicht erlaubt: Navigation, Verpflegung, Schlaf, Reparaturen und mentale Stärke liegen vollständig in der Verantwortung der Fahrerinnen und Fahrer. Gefahren wird rund um die Uhr, dieses Jahr wohl über 5000 Kilometer, durch wechselnde Länder, Klimazonen und Landschaften.
Das TCR ist mehr als ein Radrennen. Es ist ein extremes Ausdauer- und Abenteuerprojekt, bei dem Strategie, Selbstständigkeit und mentale Belastbarkeit genauso entscheidend sind wie körperliche Fitness.
Die ersten Recherchen Ende 2025 zur Strecke ergaben mindestens 5000 Kilometer und über 50.000 Hm.
Von meiner Planung, die jetzt im Juni immer noch nicht abgeschlossen ist, darf ich nichts verraten, aber hier einiges über die Pflichtparcourse.
Und das ENDE am ANFANG:
Am Ende steht die Hoffnung, diese über 5.000 Kilometer von Trondheim bis Kalamata wirklich zu schaffen. Eine Strecke, die sich über ganze Länder, Gebirge und Klimazonen zieht – und die in ihrer Gesamtheit kaum greifbar wirkt, wenn man am Start steht.
Und trotzdem bleibt genau dieses Ziel: in 20 Tagen anzukommen. Nicht alles perfekt zu planen, nicht jede Entscheidung im Voraus zu kennen, sondern Tag für Tag weiterzufahren und aus der Strecke selbst ein Ergebnis zu machen.
Und jetzt geht mit auf die Reise … im Moment noch im Kopf …
Im Juli dürft ihr mich dann live verfolgen und mir alle verfügbaren Daumen drücken!!!
Parcours 1: Von Trondheim nach Røros

Der Startschuss fällt am Abend in Trondheim. Nach der Aufregung der letzten Vorbereitungen und dem gemeinsamen Countdown geht es direkt hinaus in die norwegische Landschaft. Die ersten Kilometer führen überwiegend über Asphaltstraßen Richtung Süden, unterbrochen von einigen Schotterpassagen, die bereits früh Konzentration und eine gute Linienwahl erfordern.
Mit rund 200 Kilometern und etwa 3.000 Höhenmetern ist dieser erste Abschnitt alles andere als ein lockeres Einrollen. Die Strecke verläuft durch die weiten, oft einsamen Landschaften Mittelnorwegens und vermittelt von Beginn an das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das das Transcontinental Race auszeichnet.
Da der Start erst am Abend erfolgt, werden viele Fahrer einen Großteil der ersten Nacht auf dem Rad verbringen. Wer gut mit dem Schlafmanagement zurechtkommt und seinen Rhythmus findet, kann hier bereits wichtige Weichen für die kommenden Tage stellen.
Das Ziel des ersten Parcours liegt in Røros, einer historischen Bergbaustadt und UNESCO-Welterbestätte. Nach den ersten 200 Kilometern wartet dort nicht nur der erste Kontrollpunkt, sondern auch das Gefühl, wirklich im Rennen angekommen zu sein.

Parcours 2: Schotter in den norwegischen Bergen
Wie ich dorthin komme? Das ist ein Geheimnis. Möglich wäre durch die beeindruckende Bergwelt Norwegens über den Jotunheimvegen, eine der legendärsten Schotterstraßen des Landes. Die Route verläuft durch eine weite Hochgebirgslandschaft mit grandiosen Ausblicken auf Seen, Berge und endlose Hochebenen.

Fakt ist, ich muss zum Anfang des Pflichtparcours, einem rund sieben Kilometer langen Schotterabschnitt entlang des Vinstri-Sees.
Der Untergrund ist technisch meist gut fahrbar, verlangt aber dennoch Aufmerksamkeit und eine angepasste Geschwindigkeit. Wind, Wetter und die Höhenlage können diesen Abschnitt zusätzlich anspruchsvoll machen.
CP1: Flåm

Der erste Kontrollpunkt liegt im kleinen Ort Flåm am Ende des Aurlandsfjords. Eingebettet zwischen steilen Berghängen und dem tief eingeschnittenen Fjord wirkt der Ort fast surreal ruhig im Vergleich zu den vorangegangenen Kilometern.
Für die Fahrer markiert Flåm nicht nur CP1, sondern auch einen ersten Moment des Ankommens im Rennen. Nach den intensiven Stunden und den ersten großen Höhenmetern bietet der Ort die Gelegenheit, kurz durchzuatmen, das Material zu überprüfen und sich mental auf die nächsten Abschnitte einzustellen.
Schon hier deutet sich jedoch an, dass die nächsten Herausforderungen nicht weniger anspruchsvoll werden – insbesondere der berüchtigte Rallarvegen, der als Teil des folgenden Parcours selbst mit dem Rennrad zur echten Prüfung werden kann.

Parcours 1b: Rallarvegen nach Finse
Der Rallarvegen zählt zu den bekanntesten und gleichzeitig anspruchsvollsten Schotterstraßen Skandinaviens. Ursprünglich als Versorgungsweg für den Bau der Bergenbahn angelegt, verläuft die Strecke heute durch eine raue Hochgebirgslandschaft zwischen Flåm und Finse.
Im Rahmen des Rennens ist dieser Abschnitt mehr als nur ein landschaftlicher Höhepunkt – er ist eine echte Prüfung für Mensch und Material. Der Untergrund besteht aus grobem Schotter, teils losem Geröll und kann je nach Wetterbedingungen stark variieren. Besonders nach Regen oder in kühleren Perioden wird die Strecke schnell anspruchsvoll und verlangt eine sehr aufmerksame Linienwahl.
Mit stetigem Anstieg führt der Weg hinauf in höhere alpine Regionen, vorbei an kargen Felsen, Schneefeldern und einsamen Bahnhöfen. Die Abgeschiedenheit und das oft raue Klima verstärken das Gefühl, weit entfernt von jeglicher Zivilisation unterwegs zu sein.
Richtung Wiesenberg – 1500 Kilometer Planungsspielraum
Nach Finse beginnt einer der offensten und vielleicht auch spannendsten Teile der gesamten Route: rund 1500 Kilometer, die komplett selbst geplant werden müssen. Für viele Teilnehmer stellt sich genau hier die große Frage: Wie bringt man sich möglichst effizient – und gleichzeitig sinnvoll – nach Wiesenberg in Tschechien?
Schon der erste Schritt ist alles andere als eindeutig. Verlässt man die norwegischen Berge noch einmal über den Rallarvegen in Richtung Geilo, oder wählt man frühzeitig eine schnellere Abfahrt auf Asphalt, um Tempo aufzunehmen? Und wie geht es dann weiter in Richtung Süden – über Oslo und die gut ausgebauten Straßen durch Schweden, oder doch lieber direkter und möglicherweise rauer?
Auch danach öffnen sich verschiedene Möglichkeiten: ein langer Zug durch Schweden mit der Option auf einen schnellen Transit nach Süden, oder ein Schwenk Richtung Ostsee, vielleicht sogar mit Fährverbindungen und etwas „Inselhopping“? Alternativen gibt es viele, doch jede Entscheidung bringt eigene Kompromisse mit sich – zwischen Höhenmetern, Navigation, Straßenqualität und Erholung.
Genau diese Phase macht den Charakter des Rennens besonders: keine vorgegebene Linie, kein „richtig“ oder „falsch“, sondern eine ständige Abwägung aus Geschwindigkeit, Risiko und persönlicher Strategie.
Am Ende zählt nur, eine Entscheidung zu treffen und konsequent weiterzufahren. Und vielleicht stellt sich später heraus, dass genau diese Wahl die richtige war.
Parcours 2a: Wiesenberg und der Aufstieg zum Praděd
Nach einem langen selbst geplanten Weg durch Polen und nach Tschechien beginnt von Wiesenberg (Loučná nad Desnou) ein weiterer markanter Abschnitt der Route, der tief in das tschechische Altvatergebirge führt. Die Region wirkt im Vergleich zu den norwegischen Weiten dichter, waldreicher und deutlich weniger offen – aber nicht weniger anspruchsvoll.
Der Weg steigt kontinuierlich an in Richtung Praděd, dem höchsten Gipfel des Gebirges. Mit 1.492 Metern Höhe ist er nicht nur ein geografischer Orientierungspunkt, sondern auch ein mentaler Meilenstein auf der Strecke. Der Anstieg führt durch dichte Wälder, über lange Serpentinen und immer wieder durch Abschnitte, in denen sich die Straße scheinbar endlos nach oben zieht.
Technisch ist der Abschnitt gut fahrbar, doch die konstante Steigung fordert eine saubere Pace und ein gutes Gefühl für die eigenen Reserven. Gerade nach den langen vorherigen Etappen kann dieser Anstieg deutlich in die Beine gehen.

Am Gipfelbereich wird die Landschaft rauer und offener, bevor der Praděd schließlich erreicht ist – ein markanter Punkt im Herzen des Jeseníky-Gebirges und ein weiterer wichtiger Abschnitt auf dem Weg durch Mitteleuropa.
Parcours 2b & CP2: Slowakei – Demänovská Dolina
Der nächste Abschnitt führt in die Slowakei in die Demänovská Dolina, eines der bekanntesten Täler der Niederen Tatra. Dichte Wälder, Karstlandschaften und ein stetig wechselndes Gelände prägen die Strecke und lassen kaum einen gleichmäßigen Rhythmus zu.
Zuvor liegt jedoch noch ein komplett selbst zu planender Übergang vom Praděd bis hierher – ein langer Abschnitt durch Mitteleuropa, in dem jede Route, jede Straße und jede Entscheidung über den weiteren Verlauf frei gewählt werden muss.
Das Tal selbst ist Teil einer großen Tourismus- und Skiregion: Am Chopok erstreckt sich mit Jasná eines der wichtigsten Skigebiete der Slowakei. Lifte, Pisten und Infrastruktur treffen hier auf eine ansonsten wilde Gebirgslandschaft und schaffen einen spannenden Kontrast zwischen Natur und alpiner Nutzung.
CP2 befindet sich in der Demänovská Dolina und markiert einen wichtigen Orientierungspunkt auf dem Weg durch Mitteleuropa.
Übergang Richtung Sarajevo – Balkan-Route mit vielen Unbekannten
Von der Slowakei aus beginnt einer der komplexesten Abschnitte der gesamten Strecke: der Weg Richtung Sarajevo. Auch wenn die Distanz grob vorgegeben ist, bleibt die konkrete Linienführung weitgehend offen – und wird stark von den sogenannten „banned routes“ beeinflusst, die viele direkte oder offensichtliche Verbindungen ausschließen.
Das führt dazu, dass sich der Fokus schnell verschiebt: weg von der kürzesten Linie, hin zu einer Mischung aus legaler Navigation, Straßenwahl und praktischer Fahrbarkeit. Viele der möglichen Wege bedeuten zusätzliche Höhenmeter, längere Umwege und immer wieder die Abwägung zwischen direktem Fortschritt und sinnvoll fahrbaren Straßen.
Um stark befahrene Magistralen zu vermeiden, muss man häufig auf kleinere Nebenstraßen ausweichen – deren Belag jedoch oft unberechenbar ist und von gutem Asphalt bis zu sehr rauen Abschnitten reichen kann.
Zwischen Slowakei und Sarajevo entsteht so kein klarer Track, sondern eher ein strategisches Puzzle aus Höhenprofil, Straßenqualität und Verkehrssituation. Genau diese Mischung aus Unsicherheit und Entscheidungsdruck macht diesen Abschnitt zu einem der mental anspruchsvollsten des gesamten Rennens.
Und schon bei Beginn meiner Planung ist mir klar: Die Fahrt durch den Balkan – mit vielen möglichen Varianten, aber keiner wirklich einfachen. Genau diese Mischung aus Freiheit und Unsicherheit macht den Abschnitt zu einer der spannendsten, aber auch anspruchsvollsten Planungsaufgaben des Rennens.
Parcours 3: Sarajevo – Der Start über die Bobbahn
Parcours 3 beginnt direkt mit einem echten Highlight – und einer der ungewöhnlichsten Streckenabschnitte des gesamten Rennens.
Es geht halsbrecherisch abwärts über die Bobbahn!
Die Frage bleibt dabei: Wie komme ich mit meinem voll beladenen Bike überhaupt kontrolliert diese enge, steile und technisch anspruchsvolle Bobbahn hinunter?
Die Anlage ist übrigens ein Relikt der Olympischen Winterspiele 1984 und gehört zu den bekanntesten historischen Sportstätten der Region. Einst für den olympischen Wettkampf im Bobsport gebaut, zog sie sich in präzisen Kurven den Hang hinunter und war damals ein Symbol für die internationale Bühne der Spiele in Jugoslawien.

Heute ist die Anlage längst außer Betrieb und teilweise vom Krieg und der Zeit gezeichnet, aber ihre Form ist noch immer klar erkennbar. Die betonierten Kurven, steilen Wandungen und der geschwungene Verlauf durch den Wald machen sie zu einem eindrucksvollen Stück Sportgeschichte, das sich in die Landschaft eingeschrieben hat.
Für das Rennen bekommt dieser Ort eine besondere Bedeutung: Der Start über die Bobbahn verbindet sportliche Gegenwart mit olympischer Vergangenheit. Wo einst Athleten im Eiskanal um Sekunden kämpften, rollen heute Fahrer mit dem Fahrrad durch eine Strecke, die Geschichte und Vergänglichkeit zugleich spürbar macht.
Es ist ein kurzer Abschnitt – aber einer mit starkem Symbolcharakter, der weit über die eigentliche Abfahrt hinausgeht.
Parcours 4: Kolesjan bis Peshkopi – durch den westlichen Balkan
Parcours 4 beginnt in Kolesjan und führt tief hinein in den westlichen Balkan. Aber schon vorher stellt sich mir die Frage, wie realisiere ich eine sinnvolle Route durch Bosnien, Serbien, Montenegro und Kosovo bis nach Albanien? Ein Abschnitt, der stark von Straßenwahl, Höhenprofil und der Vermeidung unbefahrbarer oder gesperrter Routen geprägt ist. Zwischen gut ausgebauten Straßen und rauen Nebenwegen kann sich das Bild schnell ändern.
Ab Sarajevo wird das Thema Grenzübertritte zu einem der unterschätzten, aber sehr prägenden Aspekte im Balkan – weniger wegen einer einzelnen Grenze, sondern vor allem wegen der Vielzahl an Übergängen, den wechselnden Regelungen und der geografisch stark zersplitterten Struktur der Region.
Wie viele Nerven wird mich dieses Thema im Rennen kosten? In der Planung auf jeden Fall schon unzählige …
Mit dem albanischen Parcour 4 erreiche ich hoffentlich Peshkopi. Die Stadt markiert den Übergang in eine neue landschaftliche und kulturelle Region und gleichzeitig einen weiteren wichtigen Orientierungspunkt auf dem Weg durch den Balkan.
Der Ort liegt nahe der Grenze zu Nordmazedonien im Tal des Drin-Nebenflusses und ist von einer sehr bergigen Landschaft umgeben. Die Region gehört bereits zum Übergang in die Albanischen Alpen bzw. in deren südlichere Ausläufer, mit vielen Tälern, steilen Hängen und abgelegenen Bergstraßen.
Von Peshkopi nach CP4 – Richtung Leskovik
Von Peshkopi aus beginnt erneut ein komplett selbst zu planender Abschnitt bis zum Kontrollpunkt in Leskovik. Die grobe Richtung ist klar, doch die konkrete Linienführung durch Albanien und weiter entlang der Grenzen von Nordmazedonien bleibt eine Mischung aus Strategie, Erfahrung und vielen offenen Entscheidungen.

Ein zentrales und mentales Ziel auf meinem Weg ist der Ohridsee. Je nach gewählter Route kann die Strecke entweder westlich oder östlich daran vorbeiführen, mit völlig unterschiedlichen Charakteren: mehr Höhenmeter im Hinterland oder stärker befahrene, aber direktere Verbindungen entlang der größeren Achsen.
Gerade in Albanien ist die Routenwahl zusätzlich geprägt von Infrastruktur und Verkehr. Nebenstraßen bieten oft die ruhigeren Alternativen, bringen aber nicht selten schlechteren Belag, mehr Höhenmeter und längere Etappen mit sich. Gleichzeitig gilt es, stark befahrene Hauptstraßen möglichst zu umgehen.
Bei der Planung geht mir ein weiteres Thema durch den Kopf:
Ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Balkan und die Straßenhunde. Vor allem in ländlichen Regionen und kleineren Ortschaften gehören sie zum Straßenbild dazu und reagieren unterschiedlich auf Radfahrer – von neugierigem Begleiten bis hin zu kurzen, lauten Verfolgungen.
Für die eigene Fahrt bedeutet das vor allem Aufmerksamkeit in abgelegenen Abschnitten und ein ruhiges, kontrolliertes Verhalten, um Situationen nicht unnötig zu eskalieren. Ich hoffe stark, dass die Begegnungen harmlos bleiben … Vermutlich werden die Tiere zu den typischen Erfahrungen gehören, die diesen Teil der Route zusätzlich prägen.
Von Leskovik zum Finisher-Parcours – durch Albanien, Griechenland und ans Ende der Reise
Von Leskovik aus beginnt der letzte große Übergang Richtung Finisher-Parcours. Die Route führt zunächst aus Albanien heraus und hinein nach Griechenland – ein Abschnitt, der noch einmal von den unterschiedlichen Grenzstrukturen beider Länder geprägt ist. Je nach Übergang und Tageszeit können die Kontrollen sehr unterschiedlich ablaufen, was den Rhythmus der Fahrt erneut beeinflusst.
Nach dem Grenzübertritt öffnet sich die Strecke in Richtung Süden und führt weiter bis nach Antirio. Dort stellt sich eine der nächsten praktischen Fragen der Route: Die bekannte Brücke ist für Radfahrer gesperrt, sodass man auf die Fähre ausweichen muss. Wie genau dieser Übergang organisatorisch und zeitlich abläuft, bleibt dabei oft ein gewisser Unsicherheitsfaktor im Rennverlauf.
Südlich davon beginnt die letzte strategische Entscheidung: Küste oder Inland. Beide Varianten haben ihren Preis – entweder in Form von Verkehr oder in Form von Kraft und Zeit.
Der letzte Abschnitt schließlich führt zum Beginn des Finisher-Parcours in Olympia. Nach Sarajevo als Ort mit olympischem Erbe schließt sich hier der Kreis: In Olympia, dem Ursprung der Olympischen Spiele, beginnt der finale Teil der Reise. Ein symbolischer Startpunkt für die letzten Kilometer eines langen Weges durch Europa.
Finisher-Parcours – rund 180 km bis Kalamata

Von Olympia aus geht es in den letzten großen Abschnitt der Reise.
Die Strecke bleibt bis zum Schluss anspruchsvoll. Es geht ständig bergauf und bergab, mit vielen kurzen Anstiegen und nur wenigen wirklich flachen Passagen. Der Rhythmus ist unruhig, und die Straßen führen immer wieder durch kleine Dörfer, Hügel und abgelegene Landschaften.
Dazu kommt im Sommer oft die große Hitze. Vor allem auf den offenen, exponierten Abschnitten kann die Sonne sehr stark werden und jede Steigung noch einmal deutlich härter wirken lassen. Schatten ist selten, und das Thema Trinkwasser wird auf diesem letzten Teil der Route besonders wichtig.
Am Ende der Reise steht in Kalamata ein besonderes Symbol: der Poseidon’s Dolphin. Der Delfin, das Tier des Meeresgottes Poseidon, markiert hier das Ende des Rennens und damit das Ende einer langen Fahrt quer durch Europa.
Nach tausenden Kilometern durch Berge, Grenzen und Städte wird der Delfin zum letzten Zeichen auf der Strecke – ein stilles, aber kraftvolles Symbol für Ankunft, Meer und das Ende der Reise.
