italiano
Horrorvision eines jeden radtransportierenden Autofahrers. Auf den ersten Kilometern in der Dunkelheit wandern meine Gedanken zurück. Autobahn. Mehrmaliges Hupen hinter mir. Ein Auto überholt. Eine Frau deutet heftig mit den Händen. Mein Blick wandert im Rückspiegel nach hinten. Und mein Herz setzt ein paar Schläge aus. Die Räder!!! Sie hängen nur noch in den Halterungen am Radträger. In die nächste Pannenbucht. Die Schreckensvision hat mich eingeholt. Nach dem Video geht es weiter …
Mein Vorderrad hat sogar das Plastikteil aus der Schiene rausgerissen. Ich stelle mir vor, was hätte passieren können, wenn auch die anderen drei Felgenbefestigungen sich gelöst hätten und die MTBs auf die Fahrbahn gekracht wären. Nicht auszudenken. Ich befestige die Räder nun zusätzlich mit Bändern. Weiter Richtung Massa, wo ich am späten Nachmittag auf Hermann treffen sollte zum Start des Tuscany Trails. Keinen Kilometer weiter leuchtet aus dem Cockpit die Meldung „Druckverlust – Reifendruck kontrollieren!“. Ich technische Niete habe noch nie im Leben den Auto-Reifendruck kontrolliert. Ich drossle die Geschwindigkeit. 20 Kilometer zur nächsten Tankstelle. Der rechte Vorderreifen, der ist nahezu platt. Glücklicherweise nehmen die Tankwarte sich meiner an: Schaum hat keine Wirkung, der nächste Gommista ist nicht weit, schlimmstenfalls muss ich den Abschleppdienst rufen. Aber Plan B: Der Wart sticht zunächst mal mit seinem Werkzeug in den Reifen, das Loch sei komplett durch … Naja, denke ich, jetzt hundertpro, aber er wird schon wissen, was er tut. Von unseren Tubeless Reifen an den Rädern kenne ich schon das braune Würstchen, das nun in das Loch gestopft wird. Ob das bei einem Auto wohl hält? Dankbar begebe ich mich auf die Weiterfahrt, misstrauisch beäuge ich in kurzen Abständen die Anzeige im Auto. Es tut sich glücklicherweise nichts mehr – noch. Jetzt kann wohl nichts mehr schief gehen … Aber wie heißt es? Aller guten Dinge sind drei … Gilt das auch für die weniger guten? Es gilt … Bei Modena verfahre ich mich Richtung Bologna. „Verfahren“? Ach, wenn ich doch nur auf dieser Spur geblieben wäre… Ankunftzeit 16:30 in Massa.

Aber Frau meint es besser zu wissen und vertraut auf das Navi und Mister Garmin. In Reggio Emilia runter von der Autobahn. Als ich spitzkriege, dass da etwas nicht stimmt, bin ich schon lange unterwegs in der Pampa. Zurückfahren? Zeitverlust! Also weiter … So gondelte ich auf einer Dörferstraße durch die (wunderschöne) Gegend und überquerte nach Stunden den Apennin über den Passo Cereto. Ankunft in Massa 19:30, wo Hermann nun im Dunkeln sein Rad herrichten muss, den Platten entdeckt und dass das Schaltauge verbogen ist. Ich beichte. Wir vermuten Schuld am „Umfall“ der Räder ist eine verkantete Oberrohrbefestigung, die sich gelockert hat und ein Schaumgummiteil, das zum Schutz angebracht wurde und der Halterung nicht den nötigen Widerstand bot.
Day 1
163 km/ 1900Hm Massa- Antella (bei Florenz), Fahrzeit: 9:26h

Nach dem gestrigen Schreckenstag ist jetzt alles gut. Wir sind auf dem Rad. Einsam, denn wegen Covid-19 gibt es keinen Massenstart.
Bald wird es auch schon trailig, so wie wir es uns vorgestellt hatten. Die große Unbekannte ist, einzuschätzen, wie weit wir heute kommen werden. Schaffen wir es bis Florenz? Wann sollen wir uns nach einer Bleibe für die Nacht umschauen? Biwaksack & Co hatten wir zuhause gelassen, die Wettervoraussichten erschienen uns zu ungemütlich, um im Freien zu übernachten. Lucca ist rasch erreicht und weiter geht es durch die Ebene. Aber wie. Habe ich sonst immer ein Putztuch mit, um mein Rad etwas sauber zu halten -Putzfimmel lässt grüßen-, so hätte ein solcher Wischlappen absolut nichts genutzt heute. Ständig geht es über pfützenübersäte Feldwege.
Anfangs versuche ich noch krampfhaft nicht durch den Matsch zu fahren und den teichgroßen Pfützen großräumig auszuweichen, aber das erweist sich als vergebliche Liebesmüh. Innerhalb von kurzer Zeit wechselt mein MTB seine Farbe.

Highlight ist die Fahrt durch Lucca und dann entlang des Acquedotto Nottolini. Nach römischem Vorbild war hier im 19.Jahrhundert das Aquädukt gebaut worden, um qualitätsvolles Wasser in die Stadt zu bringen. Dann wie gehabt über Löcherpisten – sprich Feldwege. Irgendwann können wir aber auch die Bombentrichterwege hinter uns lassen, es wird hügelig, Olivenbäume säumen unsere Wege. So stelle ich mir die Toskana immer vor. Recht lustig vorwärts geht es dann am Ufer des Arno bis Florenz. Am späten Nachmittag reihen wir uns dann im Zentrum in die Tausenden von Touristen ein, die sich durch die Altstadt schieben. Von Corona scheint hier niemand was gehört zu haben. Bin ich froh, als wir die Stadt der Medici, die sogar kurzzeitig einmal die Hauptstadt Italiens war, hinter uns lassen können. Nun wird es aber spannend, denn auf den nächsten Kilometern tangentieren wir nur wenige Dörfer. In Antella konsultieren wir bei Focaccia und Cola die Booking-Plattformen. Es gibt fast nichts und das wenige ist ausgebucht. Ich lasse mich schon auf den Gedanken ein, dass wir unter Sternenhimmel frieren sollten … und zähle alle meine Kleidungsstücke, die ich im Notfall übereinander schichten könnte. Letzter Versuch. Treffer: eine Appartmentstruktur für Handelsreisende. Gottseidank!

Day 2
117km/ 2700Hm Antella – Siena, Fahrzeit: 9:06h
Vor Morgendämmerung sind wir wieder unterwegs. In der Nacht hatte es geregnet. Unterwegs treffen wir auf German, der unter seinem Tarp wohl trocken geschlafen hatte und dabei ist, seine Siebensachen zu packen. Kalt ist es. Das Gelände wird wieder trailig. Einsamkeit zig Kilometer weit. Wurzeln und Steine sind sehr rutschig. Schnell kommt man da nicht weiter. Irgendwann in der Einsamkeit ein paar Häuser, eine Bar mit Tante Emmaladen. Tante Emma ist hier allerdings ein gut beleibter Herr, der uns mit Brioches, Cappuccino versorgt und mit Proviant für den Tag: Focaccia mit Prosciutto crudo und Pecorino. Das Lunchpaket findet Platz auf meinem Packsack („Arschrakete“ 😊) hinten, festgezurrt mit Gummibändern. Ich hoffe nur, dass mein Esszeug bei mir bleibt. Ich denke zurück an die Alpi4000, bei der ich wie Hänsel und Gretel unterwegs war und meinen zurückgelegten Weg mit belegten Broten, Bananen, Pfirsichen und Co markiert hatte, sehr zur Belustigung der nachfolgenden Randonneure. Geflügeltes Wort ‚Ah, Gabi, era giá qui …‘ – Gabi ist hier schon durch … Nicht umsonst mache ich mir Sorgen um meine Foccaccia, denn die Wege in den Hügeln des Valdelsa stellen nun hohe Anforderungen an mein Fahrtechnik-Können und sind sehr ruckelig.
Heute, Sonntag, sind so früh ziemlich einige Jäger unterwegs. Ein Reh läuft uns über den Weg. Kurz darauf ein Jäger. Scherzhaft rufe ich ihm zu: „I cetrioli sono giá spariti …“ Stirnrunzeln vonseiten des Jägers. Nach der nächsten Biegung belehrt mich Hermann: „Reh heißt capriolo, Hirsch cervo und cetriolo ist eine Essiggurke …“ 😊😊😊

Gegen Mittag wird es wieder lieblicher und nachdem wir über einen über 20%-en Anstieg hochgeschnauft sind, kann man über Olivenbäume und Weinreben in der Ferne die Hügelstadt San Gimignano mit seinen unzähligen Türmen erkennen. Wir tauchen einige Kilometer später vollkommen in die Atmosphäre des 14. Jh. ein. Auf der Piazza della Cisterna, einem dreieckiger Platz, der von mittelalterlichen Häusern gesäumt ist, gönnen wir uns ein Dolce, -ich einen Latte Macchiato wie immer mit zweimal Zucker- und Spremuta all’arancia, um den Vitaminhaushalt wieder auf Vordermann zu bekommen. Dann geht es an die Abfahrt. Der Blick gen Himmel verspricht nichts Gutes. Dichte Wolken haben sich zusammengebräut. Und als wir wieder auf der Via Francigena unterwegs sind und das Terrain wieder unwegsamer, fallen auch schon die ersten Tropfen. Im Nieselregen besuchen wir noch Monteriggioni, das uns auch wieder die Tür ins Mittelalter öffnet. Die Stadt inmitten der toskanischen Hügel wirkt wie ein magischer Ort aus einem Märchen: Der Mauerring und die 14 eindrucksvollen Türme umschließen sie wie in einer Umarmung und dient sogar als Kulisse für ein Computerspiel. Bei leichter Dämmerung erreichen wir dann Siena und entschließen uns für ein Nachtlager im NH-Hotel und gemütliches Pizza-Abendessen. Zuvor reihen wir uns aber in die unzähligen Besucher der Piazza del Campo ein. Der berühmte muschelförmige Platz, der vom in schwarzem und weißem Marmor erbauten Dom und von der Cattedrale di Santa Maria Assunta dominiert wird raubt jedem Besucher den Atem.

Day 3
146km/ 2700Hm Siena – Sorano , Fahrzeit: 9:20h
Da es erst ab 7 Uhr Frühstück gibt, wird es heute etwas später. Noch einmal lassen wir das Flair des Piazza di Campo auf uns wirken, heute nahezu menschenleer. Ich stehe hier mit gemischten Gefühlen, denn ich bin kein Freund des Palio, eines Pferderennens, das zwischen den verschiedenen Stadtteilen (contrade) ausgetragen wird. Die Pferde müssen in gestrecktem Galopp einen Parcour auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster zurücklegen.
Der heutige Tag wird geprägt sein von sanften Hügeln und wunderschön harmonischen Landschaften und die Fahrt durch das Val d’Orcia. einfach so, wie man sich die Toskana vorstellt. Zu jeder Tageszeit kann man am Horizont Stadttürme sichten oder auf Hügeln thronende Weingüter, gesäumt von Zypressen.
Gegen Mittag erreichen wir San Quirico d’Orcia, ein Ort, der wahrscheinlich etruskischen Ursprungs ist, inmitten einer unglaublich sanft geschwungenen Hügellandschaft mit Olivenhainen, Weinbergen und Eichenwäldern.
Foccaccia-Mittagessen. Dann geht es an die Abfahrt, das nächste mittelalterliche Städtchen, Pienza, ist nicht weit. Nun liegt noch der gefürchtete Anstieg nach Radicofani vor uns und wir fragen uns, ob es zeitlich noch drin ist, bis Sorano weiter zu fahren, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. Es geht jetzt durch das Val d’Orcia, immer den Monte Amiata vor Augen.

Der Organisator hatte die Strecke aktualisiert und dringend davon abgeraten, wegen des Hochwassers am Vortag am Fluss Orcia entlang zu fahren. In der Gruppe rollen wir lustig dahin. Und: Wir versäumen natürlich die Abzweigung. Und sind am Ufer des Orcia. Mist! Pfütze reiht sich an Pfütze, dazwischen schmierige Schlammpassagen. Die Räder bohren sich mitunter tief in die rutschigen Schichten und einige Male bin ich auf der Kippe. Die Gruppe ist längst weg. Nach einer Biegung ein Bachlauf vor uns. Unsere Mitfahrer auf der anderen Seite geben gerade Hermann Tipps, wie er trockenen Fußes rüberkommt. Ich solle einfach Hermann mit Schwung nachfahren. Ich bleibe abrupt stehen, verweigere wie ein Ross das Hindernis. Weiter? Nein! Doch. Ich überzeuge meinen inneren Schweinhund, dass das nichts Gefährliches sei, dass höchstens Smartphone und GoPro gewässert würden. Aber die GoPro ist ja wasserdicht und das Handy hatte ich eh schon gecrasht beim Three Peaks Bike Race Wien-Nizza.

Also durch. Und ich kann das ohne nasse Füße zu bekommen. Das Navi zeigt mir allerdings noch drei Überquerungen an. Und dann stehe ich plötzlich vor einem Abbruch. Der Weg ist weg und Leere unter mir – einige Meter. Was nun? Von der anderen Fluss-Seite höre ich Rufen. Da könne ich nicht weiter, ich müsse zurück und dann auf Steinen den Orcia überqueren. Nicht schwierig, aber nasse Füße möchte ich doch nicht bekommen. Leider geht es nicht ohne das … zu rutschig sind die Steine auf denen ich nun filmreif über den Fluss stakse. Gelächter und Tipps von drüben. Und dann beginnt er, der gefürchtete Anstieg auf die Rocca di Radicofani, vor uns auf dem Felsen der hoch oben thronende Turm der Festungsanlage, den man schon zig Kilometer weiter aus der Ferne erkennen konnte. Etwa 500 Höhenmeter steil bergauf führt die Strecke auf Schotterwegen. Die ersten Meter lege ich zu Fuß zurück. Das wäre durchaus auf dem Rad zu schaffen, aber es ist auch fein mal die Beine zu vertreten.

Oben verschlucken uns wie immer die engen Gässchen des mittelalterlichen Stadtkernes. Vor einem kleinen Laden ein Tischchen mit Bananen und anderen Energieträgern. Die Ladeninhaberin nutzt die Gunst der Stunde und verspricht, sie würde uns leckere Panini machen. Das ist ein Wort. Also kurzfristig Abendessen. Auf dem Platz nebenan trifft man sich. Einige ältere Leutchen genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen und auch eine Handvoll Tuscany-Trailer. Diskussion, wer noch wohin fährt. Wir wollen bis Sorano.

Da wir die Beschaffenheit des Trails nicht wissen und deshalb auch nicht, wie wie lange wir für die etwa 40 Kilometer brauchen würden, wollten wir erst von unterwegs eine Unterkunft suchen. Die Sonne macht sich bereit zum Schlafengehen. Wir kommen zügig voran und schaffen es bei Dämmerung vor Ort zu sein. Sorano, der spektakuläre mittelalterliche Häuserhaufen, nimmt uns auf. Wir hatten das letzte Zimmer im sagenhaften Hotel della Fortezza ergattert und sind sprachlos: Ein wunderbares kleines Hotel in der Festung hoch über Sorano. Auf einer unregelmäßigen aus Stein gehauenen Treppe erreichen wir unser gemütliches kleines Zimmer. Und bei Abendessen in einem romantischen Mini-Kabüffchen für zwei Personen mit „Degustationsmenü“ bei Kerzenlicht und bei leckerem Rotwein vom Weingut Poggio Pinzo lassen wir die über neun Stunden Fahrzeit mit den Tausenden von Eindrücken Revue passieren. So ist auch schon vorprogrammiert, dass die Startzeit am nächsten Tag wohl wieder nach hinten verschoben würde.

Day 4
82km/ 1300Hm Sorano – Orbetello , Fahrzeit: 5:05h
Tolles Frühstück und wie gesagt jeden Tag eine Stunde später Aufbruch. Heute steht nur noch wenige Kilometer an, leider sind die Tage zu schnell verflogen und ich beneide fast die Leute, sich für den Trail mehrere Tage Zeit lassen. Wir bewundern noch ein letztes Mal Sorano aus der Ferne, dann haben wir schon die in Tuff-Felsen gehauene Stadt Pitigliano erreicht und zwar nicht auf der Zufahrtstraße, nein, das wäre zu einfach gewesen. Wir mühen uns durch den Originalweg und schieben auch teilweise. Oben staunen wir über das wie ein Adlerhorst auf dem roten Felsen gebaute Städtchen. Die Altstadt-Gässchen – ein Traum. Aber wir müssen weiter. Auf Schotter und einige Bachüberquerungen weiter unser letztes Städtchen:

Capalbio. Mittagszeit. Hier beschließen wir gemütlich einzukehren. Sehr gemütlich, denn die Dame des Restaurants in der Festung ist maßlos überfordert. Lange warten wir auf unser leckeres Spezzatino mit Cicoria und das Viertelchen Rotwein. Kurvengeist vorprogrammiert. Weiter. Nun geht es nur noch runter. Tendenziell wieder einmal. Da kennen wir ja schon. Das Profil schaut eben oder absteigend aus, dennoch immer wieder kleine Spitzen. Ein Straßenschild verspricht nur noch fünf Kilometer bis Orbetello. Seltsam Mister Garmin sagt ganz was anderes, nämlich zwölf. Aber klar, wir fahren wieder kreuz und quer durch die Pampa. Ich füge mich in unser Schicksal und bin letztendlich froh, denn die letzten Kilometer führen durch einen sagenhaften Pinienwald und dann am Ufer der Lagune von Orbetello entlang. Sehr schön. Dann vor der schmalen Landzunge, die zum Ziel führt, macht Hermann eine Entdeckung: ein Camper-Stellplatz mit Waschgelegenheit für unsere Räder. Wir nutzen die Gelegenheit, auch wenn ich von boshaften Stechtieren nur so attackiert werde, die sich in dem feuchtheißen Klima rund um die Schläuche sehr wohl fühlen und da sonst keinerlei Opfer in Sicht sind, nehmen sie auch mit uns verschwitzten und wahrscheinlich nicht sehr gut riechenden Radlern vorlieb.

Über die Brücke und wir sind da. Ein zwischen zwei Bäume gespanntes Tuscany-Trail-Banner kündet vom Ziel. Sonst ist nichts los hier. Leider. Aber das ist wohl dem alles beherrschenden Covid-19 geschuldet. Doch hinter uns noch zwei Radfahrer, die sich aber nach dem „Hallo“ auch gleich von dannen begeben. Wir gucken auf die Uhr und müssen uns auch sputen, denn eine halbe Stunde später geht schon der nächste Zug zurück nach Massa … Ein Glück, dass wir nun mit sauberen Rädern die Eisenbahn besteigen können …
Zum Nachfahren: strava












bei Wiesen rechts abzweigen nach Tulfer. Ansteigend geht es nun bis zu einer Kapelle, die man schon von unten aus sieht. Kurz danach links ab auf einem Wanderweg (handgeschriebenes Holzschild „Radweg Pfitsch“) bis man auf die Pfitscher Straße trifft. Nun auf dieser flach bis in den Talgrund radeln. Hier beginnt der Aufstieg auf’s Pfitscher Joch. 6 Kehren führen in angenehmer Steigung hinauf, ab der 2. Kehre auf Schotter.
-Platten führt. Wir hatten allerdings das Pech, dass Hundertschaften von Wanderern vom Schlegeis-Speicher nach oben pilgerten und die Bahn nicht frei war. Das hieß absteigen, schieben, aufsteigen, ein Stück fahren, stehen bleiben, warten oder absteigen und schieben … Und vermutlich ist das am späten Vormittag bei Schönwetter das ganze Jahr so. Ausweg: Zeitig am Morgen starten, damit man gegen 7 oder 8 schon auf dem Pfitscher Joch ist (wir benötigten 3 Stunden für den Aufstieg).
cht auf die Zillertaler Berge mit Hochfeiler geht es schwungvoll auf der Asphaltstraße talauswärts. Zunächst durch ein paar zwar beleuchtete Tunnels, aber eine eigene Beleuchtung ist sehr sinnvoll. Nach einigen Kilometern, vor uns liegt ein Tunnel mit Ampelregelung, links auf einen fein geschotterten Weg ausweichen. Es steht zwar nicht explizit, dass der Tunnel für Radfahrer gesperrt ist, aber doch ein Schild, dass Radfahrer bitte auf den Weg ausweichen sollen. Der ist aber sehr schön angelegt und bringt keine Zusatzhöhenmeter.
ld kündigt bis zum Tuxer Jochhaus 8,9km und gut 800 Hm an. Und die haben es in sich. Die ersten Kilometer sind recht gemächlich von der Steigung her, dann kommen immer wieder kurze steile Stiche, die man schon fahren kann, aber ich habe es vorgezogen mal ein paar Meter zu schieben. Unterwegs hat man Traumblicke auf den Hintertuxer Gletscher. Hat man die Sommerbergbahn-Endstation erreicht, sieht man hoch oben das Tuxerjoch-Haus thronen. Hat man dieses erreicht geht es noch etwa einen Kilometer bis zu einem Beschneiungsteich. Nach kurzer Rast kann man sich in die Tie
fe „stürzen“, hier beginnt nämlich ein neu angelegter (oder neu ausgebauter) MTB Trail hinunter ins Schmirntal. Und der ist ein Spektakel. Nicht schwierig windet er sich in 67 Kehren talwärts. Die Kehren sind nicht zu eng, sodass auch nicht so Geübte drum kommen, ohne das Rad herumheben zu müssen.
ersee auf die Brennerstraße. Man hat zwar etwa 400 Höhenmeter mehr, erspart sich aber die 200 Hm von Stafflach auf den Brenner und den Verkehr auf der Brennerstraße. Vom Brenner rollt man dann auf dem Radweg zurück nach Sterzing und zum Parkplatz. Wir dachten es recht schlau zu machen und von Oberried um den Hügel herum nach Fleins zu fahren und hinunter nach Wiesen, haben uns in der Dunkelheit aber etwas verfahren und sind zu früh abgebogen und hatten dann noch einen kleinen Gegenanstieg.
































immer auf halber Höhe das Eisacktal entlang. Büßen? Ja, sicher! Denn die Strecke ist eigentlich nicht unbdingt Mountainbike-tauglich. Immer wieder muss man das Rad in Schluchten runterschieben oder -tragen und auf der gegenüberliegenden Seite hoch. Büßen angesagt war bei mir nach Signat. Nach fast 3000 Höhenmetern nochmal das Rad steil hochwuchten … stöhn …!! Dann durch steile
Porphyrwände das Rad runterschieben Richtung Schloss Runkelstein am Anfang des Sarntales. Die 40 km über den Radweg nach Brixen – die reine Wohltat nach den 65 anstrengenden Kilometern.















o ist wohl der Waggon für die Räder? Urplötzlich sehen wir uns in eine andere Welt versetzt: Ein Rad – retro – Baujahr vor 1980 – das wäre was für die Eroica … und sein Besitzer die Beine in eine braun-grau karierte Flanellhose gehüllt, mit kariertem Hemd, Hosenträgern und einer grauen Sarnerjacke, auch die Mütze klassisch. Alles im Retrostyle. Ah, das ist ja der Heinz!!! „Wo fährst denn du hin?“ „Zur Eroica Dolomiti nach Innichen …“ Hab ich es doch geahnt … Ich spekuliere schon seit einer Weile mit der Teilnahme, hab ich doch auch einen Rad-Oldie im Keller. Solche Vintage-Radsport-Events erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Original findet jedes Jahr im Herbst im Chianti-Gebiet in der Toskana statt. K
lammer auf – Klammer zu.
nes und ich gucken zu. Reifen runter, Schlauch raus. Schlauch rein. Reifen drüber. Aufpumpen. Heinz pumpt und pumpt und pumpt. Aber die Luft wird nicht mehr in seinem Reifen. Pumpe kaputt. Und meine Pumpe funktioniert auch nicht. So muss Heinz in Innichen wohl zu Fuß gehen … Inzwischen sind wir in Bruneck. Aus dem Fenster haben wir schon ein paar Stücke des Radweges gesehen.
n, vorbei am ehemaligen Kloster Sonnenburg der Äbtissin Verena. Ein Stück fahren wir der Gader entlang und dann wird es kurz ganz steil. Wir schieben. Durch Wälder und der Bahn entlang geht es Richtung Kiens. Jausenzeit naht. Ein hübscher Teich lädt zum Verweilen ein. Johannes klappt seine Pausenbox auf. Mhmmmm, Vollkornbrot, Käse, Obst, da kann ich mit meinem Apfel nicht mithalten. Verspeist ist alles recht schnell. Was aufheben für später? Nein, das ist wohl keine gu
te Idee. Was man hat, hat man. „Erzähle mal was von der Schule!“, ist mein Wunsch. Ich werde abgeblockt: „Nö, heute wird nicht von der Schule geredet, heute ist Radeltag!“ Wo er Recht hat, hat er Recht, der Jochi. Aber etwas neugierig wäre ich schon …
gsamer oder fragt um eine Pause. Die paar Zu-Fuß-Passagen, weil sich die Kette beim Schalten einige Male verklemmt, nimmt er gelassen. Vor uns taucht schon die wunderbar restaurierte Burgruine der Mühlbacher Klause auf. Nicht mehr weit und wir haben uns wieder ein Pause verdient. Wir leisten uns einen Eisbecher in Mühlbach. Lecker!
auf dem Radweg nach Wunsch von Johannes durch Aicha, zur Franzensfeste und am Vahrner See vorbei. Wir machen einen Abstecher zum Fischteich und rollen zu den ersten Häusern von Vahrn. Johannes hat sich hier etwas ausgedacht. Ein Stück Radweg dann links hinunter nach Neustift. Und kurz darauf verstehe ich auch warum. Wir halten bei Johannes‘ Oma. Klingeln. Hoffentlich macht da niemand einen Mittatsschlaf. Stolz erzählt Jochi von unserer Radtour. Die Oma kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wir fahren die letzten beiden Kilometer, dann ist Johannes zuhause. So eine tolle Tour müssen wir unbedingt noch einmal machen. Vielleicht sogar mit Übernachtung? Das wäre doch mal was … Mal sehen …
Maderno sein zweites XTERRA-Event neben Lago di Scanno bekam, rückte XTERRA näher, nicht nur geografisch. XTERRA – warum eigentlich nicht? Anmeldung. Triathlon kenn ich ja und irgendwie würde ich die olympische Distanz wohl überleben … und der Gedanken Letzte zu werden … na und?
Eine Woche vorher: Sollte ich nicht doch die Strecke mal abefahren im Vorfeld? Im Fb-Forum wurde heiß diskutiert, wie schwierig diese sei. Gesagt, getan.
die eh so steil waren, dass ich mit Schnell-Gehen schneller war, wie mit langsam laufen. Allerdings sicher hart und ich komplett ohne Lauftraining aufgrund einer Fußverletzung. Aber über das Laufen machte ich mir mal gar keine Gedanken … das könnte ich mir machen, wenn ich den Bikesplit überlebt hatte …
Bike
m Absteigen stockte der gesamte Verkehr. Mist! Dann muss ich halt auch absteigen. Bringt ja nicht da jetzt zu stressen. Die erste technisch anspruchsvolle Abfahrt. Wir fahren schön aufgereiht wie eine Perlenkette. Und mein erster strategische Punkt naht und? Stau! Bin ich aber froh, so muss ich garnicht erst denken, dass ich zum Hindernis werde. Beim nächsten Anstieg entwirrt sich das Feld. Die Abfahrt kann ich ruhig angehen, denn hinter mir ist im M
oment niemand, oh doch, also kurz zur Seite und vorbei lassen. Die paar Sekunden mach den Braten auch nicht fett. Vor einer Kurve ein freiwilliger Helfer, der ein Handzeichen gibt langsam zu fahren. Nanu? Hier ist es ja garnicht so schwierig. Schmal zwar und rechts geht es steil runter, aber der Weg ist gut fahrbar. Langsam rolle ich um die Kurve, das stehen zwei Quads, kleinere Modelle. Trotzdem, wie die wohl hierher gekommen sind. Dahinter ein paar Menschen und … eine Athletin mit Verbänden. Der Arm schaut nicht gut aus. Schock! Hinten fahren ein paar Biker auf. Alle pedalieren wir ganz zahm weiter. Der Schreck sitzt uns in den Gliedern. So schnell kann es gehen und das Rennen ist vorbei … Die zweite techn
ische Abfahrt. Steil und gespickt mit großen und kleineren Steinbrocken. Ich schiebe durch das Geröll, denn die Fahrspuren sind immer wieder verlegt. Von Hinten immer wieder Geräusche wie von einer Steinlawine … nahende Fahrer. Ich springe mit meinem Rad zur Seite. Wieder mal so ein Irrer, schaut nicht sehr sicher aus, wie er da an mir vorbeirutscht, das Rad dreht sich quer und schon schlittert er weiter und ist hinter der nächsten Biegung verschwunden. Was ich nicht wusste: ich werde ihn gleich einholen, Rad und Mensch eingeholt von der Erdanziehung. Der Biker steht auf, gröber fehlt es anscheinend nicht, aber er ist vernünftig geworden und fügt sich ein in die Reihe der Schiebenden. Und es ist ja nicht so lang. Dann wieder fahren und nochmal absteigen, eine dic
ke Wurzel und dahinter geht es zwei Meter nach unten. Wieder einer, der das ausprobiert und eines Besseren belehrt wird. Bauz! Durch ein Wasser-Rinnsal durchpreschen. Das ist XTERRA, je schlammverspritzer man ausschaut, desto cooler. Jetzt kommt die Rampe. Habe ich bei der Testfahrt am Tag vorher schon probiert und habe Schrecksekunden erlebt. Errichtet, da die Lauf-und die Radstrecke sich hier kreuzen und die Läufer die Radstrecke unter besagter Rampe unterqueren. Dementsprechend hoch ist das Ding. Mit Schwung rauffahr
en. Auf dem höchsten Punkt der Schock, wenn es fast senkrecht vor dir in die Tiefe geht. Wer den Hintern hier nicht ganz fest nach hinten streckt und wer Vorlage hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Davor haben die auch beim Briefing gewarnt. Aber die Info hatte ich am Tag vorher ja noch nicht. Überlebt. Ohne Sturz. Und ich bin jetzt vorbereitet. Trotzdem komisches Gefühl im Magen. Und weiter. Es geht hinunter ins Valle delle cartiere. Nun ist vor einem Abgrund eine Schikane eingebaut, die die Biker davon abhält zu schnell um die Kurve zu fahren. Und jetzt wird es wieder technisch. Steil, Geröll, kleine Stufen. Aber auch für mich machbar. Der Weg ist etwas breiter und hier kann fast gefahrlos überholt werden und ich muss ich mir keinen Stress machen. Versorgungsstation in Hörweite. Coole Rockmusik schallt uns entgegen und begleitet uns weiter, denn jetzt geht es wieder steil hoch. Ein Anstieg von einigen hundert Höhenmetern. Schweißtreibend. Nicht alles fahrbar. Aber mal absteigen tut auch gut. Endlich auf dem höchsten Punkt. Nun folgen ein paar Kilometer spaßige Abfahrt, denn es sind immer wieder ein paar „lustige“ Passagen eingebaut. Stufen – zwar nur wenige, aber die sehr steil und eng. Also vernünftigerweise zu Fuß. In Gaino auf einem Dorfplatz eine Band. Hier sehe ich Herman. Das freut mich besonders. Es gibt einem wirklich einen Motiationsschub, wenn man immer wieder den Haupt-Fan an der Strecke sieht. Von Gaino eine lässige Abfahrt über eine gemähte Wiese. Da kann man so richtig die Sau rauslassen. Aber schon wieder wird es ernst: Ein Pfad, über schräg verlaufende versetzte Steinplatten. Da schieben fast alle. Und wieder unterhaltsam weiter. Nochmal durch Gaino. Eine Rampe mit Hasengitter versehen. Hoffentlich machen eventuelle Drahspitzen meinen Reifen nichts. Nach Toscolano runter folgt jetzt ein gepflasterter stufiger Weg. Aber der Zustand ist nicht gut. Abgebrochene Stufen, Löcher, … Ich schiebe lieber wieder mal, nein, ich trage. Denn am Tag vorher hat es mir hier die Kette runtergeschlagen. Dann kann ich am Fluss, dem torrente Tosclano entlangdüsen, vorbei an den Campingplätzen und ein Stück Strandpromenade entlang. Noch über eine Rampe. Keine Ahnung, welchen Zweck die erfüllen soll. Und schon bin ich da … Überlebt! Zumindest halb, denn ich muss gleich weiter auf die zweite Radrunde. Ich linse mal schnell auf meine Garmin. 1:20h! Wouw! Ich hatte mit einer halben Stunde mehr gerechnet.
die Kurve. Erschreckt rufe ich: „Bitte alle nach Rechts gucken!“ Und wie auf Kommando – schauen alle nach Links … zu mir … wie peinlich! Und schon sind sie vorbei. Der letzte ruft noch zurück „bellissima!“ Ich könnte vor Scham im Boden versinken. Hoffentlich treffe ich die Jungs nicht nochmal. Body wieder hochgerollt. Weiter geht es. Es wird stockfinster im Wald und geht über Geröll und Wurzen steil hinunter. Ich mit meiner Sonnenbrille bin ganz schön gehandicapt. Die Sonnenbrille hat Sehstärke. Ohne Brille sehe ich den Bodengrund auch nicht gut. So taste ich mich den Weg entlang. Und hoffe nicht umzuk
nicken. Ausrede genug nicht schneller zu laufen. Eine wunderschöne Passage auf Brücken durch die Schlucht und dann noch ein langer sehr steiler Anstieg. Geschafft. Die Hälfte der Strecke und auch die Höhenmeter. Aber an die verbleibende Strecke kann ich gar nicht mehr denken, denn der düstere Himmel über uns wird immer wieder von Blitzen erhellt. Hilfe! Ich beschleunige. Nur schnell weg hier. Und ich zähle nach jedem Blitz die Sekunden zum nächsten Donner. Noch ein steiler gerölliger Abstieg ins Valle del Cartiere. Stufen. Und auf einmal ein Schmerz in meinem linken Oberschenkel. Ein Krampf! Au, tut das weh! Ich bleibe kurz stehen und massiere den betref
fenden Muskel. Laufe vorsichtig weiter. Noch ein paar Kilometer ins Ziel. Bei jeder Beschleunigung ziept der Quadriceps beleidigt. Ok, dann halt langsamer. Wird schon mein Nicht-Lauftraining Schuld dran sein. Noch die Fluss-Passage und dann fange ich an zu genießen: Die Strandpromenade im leichten Nieselregen und dann endlich das Ziel. Überlebt!!!!!
h zurück. Ich brauchte knapp zwei Stunden länger … Letzte war ich aber noch lange nicht.
erklimmen: … wie überzeuge ich meine Vorgesetzte, dass ich mindestens 5 Tage brauche … (Die Hoffnung stirbt aber wie gesagt zuletzt … wir sind eine sportliche Schule … gilt auch für Lehrer …)











Fabelhafte trailige leichte Nachmittags-Tour rund um St.Andrä mit Ausgangspunkt Talsohle Brixen. (Brixen-Albeins-St.Andrä-St.Leonhard-Karnol-Brixen)









